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Querschnittstechnologien legen unerwartete Potenziale bei Ressourceneffizienz offen

10.09.2010 - 11:46 | 255625

Querschnittstechnologien legen unerwartete Potenziale bei Ressourceneffizienz offen

(industrietreff) -
Vorstellung der Studie "Querschnittstechnologien Innovationssprünge für Ressourceneffizienz" am 09.09.2010 (Berlin, 10.09.2010)

Eine neue Explorationsstudie des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), die im Auftrag der VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH (ZRE) erstellt wurde, deckt enorme Potentiale zur Steigerung der Ressourceneffizienz in Deutschland auf. Insbesondere Querschnitts-technologien, wie die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) einerseits und die Automatisierungstechniken andererseits, bergen nach der Studie bemerkenswerte Chancen. Ihre breite Anwendung könnte einen Beitrag dazu leisten, die Ressourceneffizienzziele der Bundesregierung doch noch zu erreichen. Der jüngste Indikatorenbericht zur Nachhaltigkeitsstrategie zieht die Zielerreichung ? wie bereits der letzte Indikatorenbericht von 2008 ? in Zweifel. Der Kommentar des ZRE vom 12.08.2010 zum Indikatorenbericht verdeutlichte bereits den Handlungsbedarf im Bereich der effizienten Rohstoffnutzung. Um den Anforderungen einer ressourceneffizienten Wirtschaftsweise gerecht werden zu können, werden in der Studie nicht nur konkrete Einsparpotentiale erläutert, sondern auch Entwicklungspfade grob skizziert.

In der Studie sind zahlreiche konkrete Ansätze genannt, wie die Ressourceneffizienz durch

? Industrielle Automatisierung,
? E-Logistik und Management der Wertschöpfungsnetze,
? Intelligente Produktnutzungssysteme sowie
? Ressourcenkreisläufe und Bestandsbewirtschaftung nicht erneuerbarer Ressourcen

erhöht werden kann. Es handelt sich methodisch um eine Auswertung bereits verfügbarer Untersuchungen und einer umfassenden Zusammenstellung der wissenschaftlichen Erkenntnisse verschiedener angesehener Institute im Bereich der IKT und der industriellen Automatisierung. Diese Daten wurden unter dem gemeinsamen Fokus der Steigerung der Ressourceneffizienz zusammengeführt und ausgewertet.

Im Ergebnis könnte der Materialaufwand im Bereich industrielle Automatisierung in der Europäischen Union (EU) um rund 4% zwischen 2000 und 2020 verringert werden. Damit würden auch die Gütertrans-portleistung sowie die Haushalts- und hausmüllähnlichen Gewerbeabfälle um bis zu rund 4% sinken. Durch den Einsatz innovativer Maschinen und Anlagen wird in den nächsten zehn Jahren in Deutschland mit Energieeinsparungen in Höhe von 325 TWh jährlich gerechnet (2010-2020). Dies entspricht einer Energiekosteneinsparung von 12,5 Mrd. ? und damit fast 40% der Energiekosten der betrachteten Bran-chen des Produzierenden Gewerbes.



Ebenfalls beachtlich sind die Potentiale in den anderen untersuchten Feldern. Im Bereich intelligenter Produktnutzungssysteme könnte z.B. allein der Bereich "virtuelle Güter" zu Materialeinsparungen von deutlich über 20% sowie zu Energie- und CO2-Einsparungen von über 10% führen (EU-2000-2020).

Die Studie schlägt außerdem politische Instrumente vor, mit denen über die marktgetriebenen Potentiale hinaus weitere Einsparungen erzielt werden können. Im Zusammenhang damit werden unterschiedliche Entwicklungspfade hin zu einer ressourceneffizienteren Wirtschaft beschrieben, die je nach politischem Willen mit der jeweiligen Instrumentierung unterstützt werden können. "Schritt für Schritt" ? "Beschleunigung" ? "Paradigmenwechsel" ? auf diesen Wegen können unerwartete Potenziale im Bereich der Ressourceneffizienz gehoben werden. Damit bietet die Studie nicht nur die operativen Ansatzpunkte für mehr Ressourceneffizienz in der Wirtschaft, sondern auch Einschätzungen darüber, welche politischen Maßnahmen geeignet sind, um gesetzte Ziele zu erreichen.

Als wichtigstes Ergebnis dieser Metastudie lässt sich somit sagen: alleine schon durch einzeltechnologie-übergreifendes Denken und Handeln kann eine Steigerung von Ressourcenproduktivität erreicht werden. Dabei stellen die Querschnittstechnologien nur ein Segment der Möglichkeiten. Das Gesamtpotenzial einer ressourceneffizienten Wirtschaft ist noch wesentlich höher. Das ZRE und seine Partner unterstützten eine möglichst ambitionierte Vorgehensweise. Nur so könnten die notwendigen, über das marktgetriebene Potential hinaus gehenden, Ziele der Bundesregierung erreicht werden. Das ZRE arbeitet intensiv an der Verbreitung der aufgezeigten technischen und wirtschaftlichen Potentiale in Wirtschaft und Gesellschaft. Den politischen Entscheidungsträgern wird mithin eine Einschätzung darüber geliefert, ob bzw. inwieweit Potentiale marktgetrieben ? d.h. ohne politische Intervention ? erreichbar sind und ab wo politisches Handeln erforderlich wird.

Die Studie steht auf den Websites von ZRE und IZT zum Download bereit: www.vdi-zre.de/aktuelles/veroeffentlichungen.html.

VDI Zentrum Ressourceneffizienz

Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz mit Sitz in Berlin ist eine Tochter der VDI GmbH und wurde im Juni 2009 mit Mitteln der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gegründet. Kernaufgabe des ZRE ist es, den integrierten Einsatz von Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutztechnologien allgemein verständlich und umfassend darzustellen und zu befördern.

Der Auftrag des ZRE ist es, einen wirksamen Beitrag zur Entwicklung und Umsetzung von Konzepten zu Ressourceneffizienz in praktischen Anwendungsfeldern zu leisten. Dies ist verbunden mit der Zielsetzung, den Verbrauch an natürlichen Ressourcen zu verringern, eine höhere Wertschöpfung mit mehr Arbeitsplätzen und höherer Qualifikation der Beschäftigten zu erreichen und die internationale Wettbewerbsposition der deutschen Wirtschaft zu stärken.


Kontakt:
Ihr Presse-Ansprechpartnerin: Dr. Nicole Freiberger
Telefon: +49 (0) 30 27 59 506-14 Telefax: +49 (0) 30 27 59 506-30 E-Mail: redaktion(at)vdi-zre.de Unternehmensinformation / Kurzprofil:

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von ZRE in Kategorie Energiewirtschaft

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