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Neuer Inventar-Bericht zu Abfällen in der Asse vorgelegt

10.09.2010 - 18:46 | 255951

Neuer Inventar-Bericht zu Abfällen in der Asse vorgelegt

(industrietreff) -
Bundesforschungsministerium versendet Inventar-Bericht an Ausschüsse

Staatssekretär Georg Schütte hat am Freitag den Inventarbericht zur Asse an den Untersuchungsausschuss Asse in Niedersachsen und an die Bundestagsausschüsse Umwelt und Forschung übersandt. Die Projektgruppe Jülich des Helmholtz-Zentrums München (HMGU) hat den neuen Bericht zum radioaktiven Inventar der Schachtanlage Asse II auf Veranlassung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erstellt. Damit liegt eine nach Aktenlage erstellte, aktualisierte Abschätzung über die Beschaffenheit der radioaktiven Abfälle in der Asse vor, die den Stand von Wissenschaft und Technik berücksichtigt. Der Bericht wurde auch an das für die Sanierung der Asse zuständige Bundesumweltministerium weitergeleitet.

Diese Prüfung wurde allerdings dadurch erschwert, dass seit dem Einlagerungsbeginn (Einlagerungszeit 1967 bis 1978) mehr als 40 Jahre vergangen sind und daher in der Regel die Aufbewahrungsfristen für die Akten längst abgelaufen sind. Darüber hinaus wurden damals an die Dokumentation solcher Vorgänge deutlich geringere Anforderungen gestellt als das heute üblich ist.

Die auf Basis einer umfassenden Sichtung der vorhandenen Akten vorgelegte Untersuchung bestätigt im Wesentlichen die schon bekannten Angaben. Die Neuabschätzung bringt keine grundsätzlich neuen Erkenntnisse über das Gesamtinventar der Asse, zeigt aber auch, dass eine Auswertung der Aktenlage eine Faktenüberprüfung vor Ort nicht ersetzen kann. Zentral sind folgende Ergebnisse:

14.779 von den insgesamt rund 126.000 in die Asse verbrachten Gebinden wurden zur Strahlungsabschirmung mit Beton ummantelt und nach den seinerzeitigen Vorschriften als schwachradioaktiver Abfall eingelagert. Tatsächlich enthalten diese Gebinde nach heutiger Bewertung durchweg mittelradioaktive Stoffe. Da die Einlagerungsgenehmigungen lediglich die Dosisleistung an der Außenseite eines Gebindes vorgaben, genehmigte man deren Einlagerung als schwachradioaktiven Abfall. Von den genannten 14.779 Betongebinden sind heute aufgrund des radioaktiven Zerfalls nach mehr als 30 Jahren noch 8.465 als mittelaktiver Abfall einzustufen.



Der Bericht bestätigt, dass in der Phase der Einlagerung der radioaktiven Abfälle zwischen 1967 und Ende 1978 einige Ablieferer Abfall in signifikantem Umfang angeliefert hatten, was gegen die Annahmebedingungen der Asse verstieß: So wurden Überschreitungen der Dosisleistung an der Außenseite der Fässer bzw. die Einlagerung von nicht ordnungsgemäß verfestigten Abfällen festgestellt. Solche Abfallgebinde durften allerdings dennoch eingelagert werden, wenn die Aufsichtsbehörde dem zustimmte. Mit den noch vorhandenen Unterlagen zu den damals eingelagerten Gebinden, speziell mit den noch vorhandenen Berichten und Schriftwechseln zu den Stichproben, wurden Plausibilitätsüberlegungen angestellt und das Inventar neu bewertet. Diese Plausibilitätsüberlegungen können nur durch konkrete Probeentnahmen während der geplanten Faktenerhebung bestätigt bzw. falsifiziert werden.

Der Bericht bestätigt, dass sich die in der Asse vorhandene Plutoniummenge auf 28,1 Kilogramm beläuft und nicht auf einen geringeren Wert, wie zwischenzeitlich angenommen.

Der Bericht, der eine aktualisierte Auswertung aller zur Verfügung stehenden Unterlagen zur Beschreibung des Abfallinventars in der Asse enthält, ist eine wichtige Entscheidungshilfe für das weitere Vorgehen. Die zusätzlichen Erkenntnisse sind für die Frage des Anbohrens von einzelnen Kammern besonders relevant - sowie für die Planung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen bei einer Rückholung der radioaktiven Abfälle. Die Beurteilung, ob und in welchem Umfang dieser Bericht Einfluss auf das weitere Vorgehen hat, bleibt dem Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Strahlenschutz vorbehalten.

Sie finden den Bericht im Internet unter www.bmbf.de/pub/abschlussbericht_inventar_asse.pdf


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