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Energiewende muss Innovationswende werden / Kohler: Erneuerbareüber Marktinstrumente effizient ins Energiesystem integrieren

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(ots) - Die Reform des Energiemarktes war zentrales Thema
auf dem 5. dena-Energieeffizienzkongress. Dabei wurden verschiedene
Lösungen für die Optimierung des Stromsystems vorgestellt und
diskutiert. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) plädierte
insbesondere dafür, erneuerbare Energien nur in dem Umfang
auszubauen, wie sie effizient ins Energiesystem integriert werden
können. Dazu gehört auch, dass sich ihr Ausbau an den vorhandenen
Netzen orientieren beziehungsweise mit dem im Netzentwicklungsplan
vorgesehenen Netzausbau synchronisiert werden muss. Dies kann am
sinnvollsten über die Direktvermarktung des erzeugten Stromes
erfolgen. Wären die Betreiber von Windkraft- und Photovoltaikanlagen
dazu verpflichtet, ihren Strom direkt zu vermarkten, würde das zu
einem Innovationsschub in der Branche führen.

In der Diskussion über den Umbau des Strommarktes sprach sich
Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, dafür aus,
das System als Ganzes zu betrachten. "Die Energiewende ist ein
komplexes Projekt. Da ist es nicht immer einfach, die übergreifenden
Ziele im Blick zu behalten und konkurrierende Partikularinteressen
unter einen Hut zu bringen. Aber genau das ist es, was wir brauchen:
eine Gesamtstrategie und einen breiten Konsens. Dann können wir das
System so optimieren, wie es für eine wirtschaftliche Integration der
erneuerbaren Energien nötig ist. Es geht zum Beispiel nicht, dass wir
im Norden immer mehr Windkraftwerke aufstellen, an anderen Orten
aber, zum Beispiel in Bayern, den Bau von Stromtrassen infrage
stellen. Für den Netzausbau haben wir ein transparentes
Planungsverfahren. Die im Netzentwicklungsplan definierten Trassen
sind dringend nötig.

Durch das kürzlich erst reformierte Erneuerbare-Energien-Gesetz
(EEG) ist nicht gewährleistet, dass der regenerativ erzeugte Strom




auch effizient genutzt wird. Die Netzanschlussgarantie, der
Einspeisevorrang und die staatlich garantierte Vergütung sind nicht
mehr zeitgemäß. Die erneuerbaren Energien sind reif für den Markt und
das sollten sie auch zeigen. Wenn wir das schaffen, dann haben wir
einen echten Schritt nach vorne gemacht."

Auch wenn die erneuerbaren Energien sich an den Anforderungen des
Marktes orientieren, werden weiterhin fossile Kraftwerke benötigt, um
Versorgungssicherheit zu garantieren. Aus diesem Grund ist es nicht
möglich, zeitgleich aus der Atomenergie und der Kohleverstromung
auszusteigen. "Bereits im Jahr 2022, wenn das letzte Atomkraftwerk
stillgelegt wird, hätten wir ohne Kohlekraftwerke ein
Leistungsdefizit, das auch über den europäischen Kraftwerkspark nicht
mehr gedeckt werden kann", betonte Kohler. Versorgungssicherheit ist
aber ein wichtiges Standortkriterium für die Industrie in
Deutschland. Der Betrieb von konventionellen Kraftwerken rechnet sich
jedoch immer weniger. Deshalb ist es dringend erforderlich, ein
Modell für einen Kapazitätsmarkt zu entwickeln, das im Bedarfsfall
sehr schnell realisiert werden kann und das die Bereitstellung von
gesicherter Leistung marktwirtschaftlich gestaltet. Der
Kapazitätsmarkt sollte nach Ansicht der dena technologieoffen und
europaweit organisiert werden, auch unter Berücksichtigung von
Energiespeichern und abschaltbaren Lasten auf der Nachfrageseite.

Um diese Empfehlungen zu untermauern, verwies Kohler auf die
Dimensionen des Wandels: "In Deutschland sollen nach den Plänen der
Bundesregierung bis zum Jahr 2024 für rund 130.000 Megawatt
Photovoltaik- und Windkraftwerke gebaut werden. Die Stromnachfrage
schwankt in Deutschland zwischen 30.000 und 80.000 Megawatt.
Angesichts dieser Zahlen sollte selbst einem energiewirtschaftlichen
Laien deutlich werden, dass hier ein gewaltiger Leistungsüberschuss
integriert werden muss. Die Energiewende schafft einen attraktiven
Markt für neue Technologien und hochinnovative Unternehmen."



Pressekontakt:
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena),
Stella Matsoukas, Chausseestraße 128 a, 10115 Berlin
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Datum: 12.11.2014 - 11:23 Uhr
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