Moorentwicklung zwischen Wald und Heide
Fachleute aus Niedersachsen treffen sich zur Tagung im Waldpädagogikzentrum Weser-Ems
(LifePR) - Die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) und der NABU Niedersachsen haben heute im Rahmen des europäischen Artenschutzprojekts ''Countdown 2010'' und ihrer seit 2012 vertraglich vereinbarten Kooperation die Bedeutung von Mooren als Lebensraum spezialisierter Tier- und Pflanzenarten näher betrachtet. Bei der gemeinsam ausgerichteten Tagung im Bereich des Forstamtes Ahlhorn unter dem Motto ?Moorentwicklung zwischen Wald und Heide? tauschten 60 Teilnehmer Erfahrungen rund um den Schutz und die Entwicklung dieses gefährdeten Lebensraumes aus.
Bei der Eröffnung sagte Dr. Klaus Merker, Präsident der NLF: ?Die Landesforsten nehmen auf ihren rund 330.000 Hektar Verantwortung für Lebensräume und Arten wahr. Durch den Erhalt und die Entwicklung der Moore und deren Übergangsbereiche zum Wald fördern unsere Forstämter die Lebensräume vieler selten gewordener Tier- und Pflanzenarten, die auf diese besonderen Strukturen angewiesen sind. Die Renaturierung von Moorwäldern im Sinne des Biotop-, Klima- und Trinkwasserschutzes ist ein Leuchtturmprojekt unserer Naturschutzarbeit.?
Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen ?Für den Erhalt seltener Arten spielen die Moorlebensräume und ihre Übergangsbereiche zu Wäldern eine große Rolle, weswegen in deren Sicherung und Optimierung auch eine Schwerpunktarbeit des NABU liegt. Da Niedersachsen das moorreichste Bundesland ist, tragen wir eine große Verantwortung im Umgang mit diesem sensiblen Ökosystem. Nicht nur die Arten, sondern auch der Klimaschutz profitieren von Maßnahmen, wenn Wiedervernässungen durchgeführt werden. Daher sind gemeinsame Projekte zwischen Landesforsten und NABU beispielsweise im Solling vereinbart worden.?
In Waldgebiete eingebettete Moore stellten in der Vergangenheit auf großen Flächen Nordwestdeutschlands typische natürliche Lebensgemeinschaften dar. Ab dem 18. Jahrhundert setzten planmäßige Entwässerungen und Aufforstungen der Moore ein. Eine Renaturierung der Moore dient sowohl dem Biotop- und Artenschutz als auch dem Klimaschutz. Weitere positive Effekte ergeben sich beim Hochwasserschutz und der Trinkwasserqualität sowie als Erholungsraum für die Bevölkerung. Eine Reihe hochspezieller und gefährdeter Arten, wie beispielsweise Moosjungfer, Smaragdlibelle, Fieberklee, Wollgras und Sonnentau sind auf intakte Moore als Lebensraum angewiesen.
Auf einer Exkursion stellte Projektmanager und Förster Björn Staggenburg im Forstamt Ahlhorn das Renaturierungsprojekt ?Ruthewiesen? vor. Durch eine Wiedervernässung werden hier die ursprünglichen Standortverhältnisse hergestellt. Abhängig von Bodensituation und Wasserstand soll sich die typische Tier- und Pflanzenwelt der Moor-, Birken- und Stieleichenwälder bei den Ruthewiesen ansiedeln.
Die Landesforsten und der NABU arbeiten seit Jahren in verschiedenen Projekten vertrauensvoll und partnerschaftlich zusammen. Mit einer vor vier Jahren geschlossenen Kooperationsvereinbarung wurde diese Zusammenarbeit weiter intensiviert.
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Datum: 19.08.2016 - 12:25 Uhr
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