„Digitalisierung macht die Messtechnik schneller und effizienter“
Christian Klostermann, Geschäftsführer von Klostermann, im Gespräch

(PresseBox) - Christian Klostermann, Geschäftsführer des Messtechnikdienstleisters Klostermann GmbH in Remscheid, gibt Einblicke in die aktuellen Entwicklungen seines Unternehmens und der Branche. Im Gespräch erläutert er, wie sich die Messtechnik in den letzten Jahren verändert hat, welche Rolle Digitalisierung und Automatisierung spielen und warum Dienstleistung, Beratung und technische Expertise heute Hand in Hand gehen.
Alexander Gölz, Chefredakteur Industrieanzeiger und Quality Engineerin
Herr Klostermann, was genau macht ein Messtechnik-Dienstleister tagtäglich?
Wir vermessen Bauteile im Auftrag unserer Kunden, verkaufen aber auch Messgeräte. In den letzten Jahren hat sich das Geschäft deutlich komplexer und schneller entwickelt. Die Entwicklungszyklen vieler Branchen – etwa in der Automobilindustrie – haben sich von Monaten auf Wochen verkürzt. Kunden erwarten schnelle Reaktionszeiten und häufig komplette Prozessunterstützung. Das reicht von der Interpretation normgerechter Zeichnungen über die Erstellung von Messprogrammen bis hin zur Beratung bei Messvorrichtungen.
Bedeutet das, dass bei den Kunden Fachwissen fehlt?
Nicht unbedingt. Wir füllen eher zeitweise Lücken auf. Durch den Fachkräftemangel können Unternehmen manchmal nicht alle Aufgaben intern abdecken.
Dann treten wir als Sparringspartner auf, unterstützen temporär und sorgen dafür, dass Projekte reibungslos umgesetzt werden – sei es bei der Requalifizierung, Erstbemusterung oder komplexen Messaufgaben.
Hat der Fachkräftemangel den Bedarf an Messtechnik-Dienstleistungen erhöht?
Ja. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Aussichten steigt der Anspruch an messtechnische Beratung. Besonders in komplexen Projekten wollen Kunden frühzeitig Unterstützung, noch bevor die ersten Zeichnungen oder Bauteile vorliegen. Das kann später zu einer neuen Messmaschineninstallation oder einem Dienstleistungsprojekt führen.
Haben sich Ihre Schwerpunkte dadurch verschoben?
Ja, wir haben strategisch neue Branchen erschlossen – Haushaltsgeräte, Lichtschalter, Medizintechnik, Fensterbau. Dort konnten wir unsere Messtechnik und Lohnmessdienstleistungen erfolgreich platzieren. Wir haben sowohl personell als auch maschinell expandiert und unser Beratungsgeschäft gestärkt.
Kann man grundsätzlich jeden Messprozess auslagern?
Grundsätzlich ja. Ob Zahnbürste, Turbinenblätter oder Kunststoffteile – entscheidend ist die klare Abstimmung zu Beginn eines Projekts. Technische Zeichnungen müssen eindeutig sein, damit die Messmaschine richtig programmiert ist und der Kunde am Ende die gewünschten Daten erhält. Das ist prozessrelevant, nicht teilabhängig.
Wie ist die Lage am Markt insgesamt?
Die Lohnmesstechnik ist regional noch stabil. Es gibt große Dienstleister, die manchmal unflexibel sind, und kleine Anbieter, die bestimmte Aufträge nicht stemmen können. Wir haben unsere Größe so gewählt, dass wir flexibel bleiben und Kunden auch kurzfristig unterstützen können.
Wie sind Sie persönlich zur Messtechnik gekommen?
Erste Kontakte zu Wenzel gab es vor über 35 Jahren durch meinen Vater. Damals haben wir auf einer Vorführmaschine auch Bauteile gegen Entgelt gemessen, um das System zu finanzieren. Heute stehen bei uns 23 Messmaschinen in sieben vollklimatisierten (Mess-)Räumen.
Spielt die Digitalisierung dabei eine Rolle?
Absolut. Messwerte werden heute direkt über zertifizierte Schnittstellen in CAQ- oder ERP-Systeme übertragen, Handnotierungen gibt es kaum noch. Digitalisierung ist bei unseren Kunden angekommen, auch wenn Messtechnik bei Investitionsentscheidungen oft hinten ansteht. Sie wird zunehmend als wertschöpfend erkannt, besonders bei Material- oder Technologiewechseln, etwa von Metall zu Kunststoff.
Und Automatisierung – wo kommt die ins Spiel?
Automatisierung macht vor allem bei hohen Stückzahlen und geringer Varianz Sinn. In der Medizintechnik etwa messen Maschinen automatisiert mehrere Bauteile hintereinander, erkennen QR-Codes, führen Daten in Datenbanken ein und sortieren Ergebnisse. Hoch entwickelte Systeme können sogar mehrere Bauteile im CT-Scan messen, CAD-Vergleiche durchführen und FDA-validierte Datensätze liefern.
Welche Herausforderungen bestehen?
Die „letzte Meile“ ist oft das größte Problem – also, wie ein Roboter das Bauteil greift und sicher auf der Messmaschine platziert. Günstige Low-Cost-Roboter senken die Hemmschwelle, aber funktionieren müssen sie zuverlässig. Closed-Loop-Systeme, die Messergebnisse direkt an Werkzeugmaschinen zurückspielen, sind technisch möglich, aber aufwendig und teuer – besonders bei komplexen Bauteilen.
Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Welche Entwicklungen erwarten Sie?
Die Kombination aus Automatisierung, Digitalisierung und KI wird weiter zunehmen. Intelligente Kamerasysteme und Machine Learning helfen Robotern, auch chaotisches Schüttgut korrekt zu greifen.
Messtechnik wird flexibler, schneller und noch stärker in den Produktionsprozess integriert werden.
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Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Datum: 06.01.2026 - 12:20 Uhr
Sprache: Deutsch
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Ansprechpartner: Laura Jokisch
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Remscheid
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Kategorie:
Maschinenbau
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