Tauben leiden an der Ruhr-Universität Bochum in qualvollen und sinnlosen Tierversuchen
Seit Jahrzehnten werden Tauben an der RUB in verschiedenen Experimenten und Forschungsbereichen verwendet. Gleichzeitig wird an der RUB bereits ein breites Spektrum humanbasierter Forschung betrieben.

(industrietreff) - Ärzte gegen Tierversuche startet Kampagne für vollständigen Umstieg auf moderne, tierversuchsfreie Forschung und Lehre
Seit Jahrzehnten müssen an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) Tauben in fragwürdigen Experimenten leiden und sterben: Sie werden durch Hunger oder Durst gezwungen, Aufgaben zu erfüllen, es werden ihnen Löcher in den Schädel gebohrt, Elektroden eingeführt oder Substanzen ins Gehirn injiziert. Solche Versuche liefern aber lediglich Erkenntnisse über das Taubengehirn, welches sich grundlegend vom Gehirn des Menschen unterscheidet. Einen Nutzen für erkrankte Menschen gibt es nicht. Trotzdem finden die Taubenversuche sowie weitere Experimente mit Tieren anderer Arten seit Jahren statt. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) kritisiert die Tierversuche an Tauben an der RUB und fordert einen vollständigen Umstieg auf tierversuchsfreie Forschung und Lehre. Dazu hat er jetzt eine Kampagne gestartet, inklusive Online-Unterschriftenaktion.
Tauben werden an der RUB in verschiedenen Experimenten und Forschungsbereichen verwendet. Durch Hunger (1-5) oder Wasserentzug (6) werden die Tiere dazu gezwungen, bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Dazu zählt etwa das Erkennen von Farbreizen oder das Anpicken von bestimmten Flächen auf einem Touchscreen. Für erwünschtes Verhalten erhalten sie kleine Mengen Futter oder Flüssigkeit (1-6). Außerdem werden Eingriffe am Kopf vorgenommen: Es werden Löcher in den Schädel gebohrt (3,5-7), Elektroden eingeführt (3,5,6) oder Substanzen (sogenannte Tracer) direkt ins Gehirn injiziert (7,8). Die Projekte sollen zeigen, wie Tauben Farben verarbeiten (6), wie beide Gehirnhälften bei Konflikten agieren (1) oder wie neuronale Schaltkreise im Taubenhirn aufgebaut sind (7).
"Die Ergebnisse aus den Versuchen an Tauben sagen nichts darüber aus, wie das menschliche Gehirn funktioniert. Dafür braucht es Studien am Menschen und menschlichen Modellsystemen", sagt Dr. Leah Haut, wissenschaftliche Referentin bei ÄgT. "Diese Versuche sind rein Neugier getrieben und weder ethisch noch wissenschaftlich zu rechtfertigen." Forschung, die der Gesundheit von Menschen dienen soll, braucht solide Grundlagen. Diese entstehen etwa durch Arbeiten mit menschlichen Mini-Organen, Multi-Organ-on-Chip-Systemen oder Computermodellen auf Basis menschlicher Daten - nicht durch Tierversuche.
An der RUB wird bereits ein breites Spektrum humanbasierter Forschung betrieben, ganz ohne den Einsatz von Tieren. Dazu zählen EEG-Studien in Alltagssituationen (9), MRT-Untersuchungen zu Entscheidungsprozessen (10) sowie Arbeiten mit Gehirn- und Lungenorganoiden aus menschlichen Zellen (11,12). Mit diesen Modellen untersuchen Forschende etwa Ablagerungen, die mit Alzheimer zusammenhängen, sowie Infektionen durch SARS-CoV-2. Haut betont: "Diese Projekte zeigen, dass moderne und sinnvolle Methoden an der RUB längst Realität sind und zur Beantwortung wichtiger Fragen eingesetzt werden."
ÄgT fordert, solche humanrelevanten Entwicklungen an der RUB weiter auszubauen, die Taubenversuche zu beenden und vollständig auf tierversuchsfreie Forschung umzusteigen. Auch in Studium und Lehre sollen Veranstaltungen, in denen bislang Tiere verwendet werden, vollständig auf tierverbrauchsfreie Lehrmethoden umgestellt werden. Darüber hinaus müssen humanbasierte Forschungsmethoden wie Organoide, Organ-on-Chip-Systeme oder Computersimulationen fester Bestandteil der Ausbildung werden, damit Studierende früh innovative und wissenschaftlich sinnvolle Ansätze kennenlernen und anwenden.
ÄgT hat sich im Juli und August 2025 mit Fragen zu Tierversuchen und humanbasierten Methoden in Forschung und Lehre an die RUB gewendet. Bis heute sind keine Antworten auf die Fragen eingegangen.
Um den Forderungen Gewicht zu verleihen, hat ÄgT soeben eine Kampagne gestartet, die die Bürger u.a. ganz einfach per Online-Aktion unterstützen können.
Weitere Informationen
Kampagne "Stoppt Taubenversuche - Für eine tierversuchsfreie Ruhr-Universität Bochum" >>
Hintergrundinformationen zu Taubenversuchen an der Ruhr-Universität Bochum >>
Quellen
* Manns M. et al. Dynamics and development of interhemispheric conflict solving in pigeons. Scientific Reports 2025; 15(1): 1655.
* Wittek, N. et al. Hungry pigeons prefer sooner rare food over later likely food or faster information. Frontiers in Psychology 2024; 15: 1426434.
* Packheiser, J. et al. Trial-by-trial dynamics of reward prediction error-associated signals during extinction learning and renewal. Progress in Neurobiology 2021; 197: 101901.
* Alert, B. et al. Perceptual strategies of pigeons to detect a rotational centre"a hint for star compass learning? PLoS One 2015; 10(3): e0119919.
* Azizi, A. H. et al. Emerging category representation in the visual forebrain hierarchy of pigeons (Columba livia). Behavioural Brain Research 2019; 356: 423-434.
* Xiao Q. et al. "Prefrontal" neuronal foundations of visual asymmetries in pigeons. Frontiers in Physiology 2022; 13: 882597
* Steinemer A. et al. Parallel executive pallio-motor loops in the pigeon brain. Journal of Comparative Neurology 2024; 532(4), e25611
* Letzner, S. et al. Connectivity and neurochemistry of the commissura anterior of the pigeon (Columba livia). Journal of Comparative Neurology 2016; 524(2): 343-361.
* Julia Weiler: Mit EEG-Haube zuhause romantisch sein. Ruhr-Universität Bochum13.01.2021 (aufgerufen am 10.12.2025)
* Julia Weiler: Was im Gehirn passiert, wenn wir über Geld oder Nahrung entscheiden. Ruhr-Universität Bochum 26.04.2024 (aufgerufen am 09.01.2026)
* Ruhr-Universität Bochum: Forscher züchten kleine Lungen für die Sars-Cov-2-Forschung. 28.05.2020 (aufgerufen am 09.01.2026)
* Ruhr-Universität Bochum: Alzheimer im Mini-Gehirn. 30.04.2019 (aufgerufen am 09.01.2026)
Themen in dieser Meldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
"Medizinischer Fortschritt ist wichtig - Tierversuche sind der falsche Weg!" - Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e. V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Medizin - eine Wissenschaft, die durch moderne, tierversuchsfreie Testmethoden zu relevanten Ergebnissen gelangt.
Lustheide 85, 51427 Bergisch Gladbach
Datum: 12.01.2026 - 16:20 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2223381
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Gaby Neumann
Stadt:
Bergisch Gladbach
Telefon: 022049990232
Kategorie:
Forschung und Entwicklung
Anmerkungen:
Diese HerstellerNews wurde bisher 0 mal aufgerufen.
Die Meldung mit dem Titel:
"Tauben leiden an der Ruhr-Universität Bochum in qualvollen und sinnlosen Tierversuchen
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Ärzte gegen Tierversuche e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Alle Meldungen von Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Warum Lernen wichtig bleibt
Is damaging hail getting worse?
Worterarbeitung: So bleiben Wörter endlich im Gedächtnis
Bedarfsplanung nach DIN 18205: conceptk positioniert Leistungsphase 0 als Schlüssel im Schulbau



