Ergonomischer und nachhaltiger als Hufeisen: Designerin Egzona Acifi und MAKRA PRO entwickeln den maßgeschneiderten Hufschuh aus dem 3D-Drucker.
Hufeisen sind ein starker Eingriff in den natürlichen Bewegungsablauf des Pferdes. Dass es bessere Lösungen gibt, zeigt die Industriedesignerin Egzona Acifi ihren Hufschuh Kligo. Gemeinsam mit MAKRA PRO bringt sie ihn zur Marktreife.

(PresseBox) - Frau Acifi, Pferde und 3D-Druck sind etwas, das man nicht unbedingt miteinander verbindet. Für Ihren Hufschuh Kligo arbeiten Sie eng mit den 3D-Druck-Spezialisten von MAKRA PRO zusammen. Wie kam es zu dieser Verbindung?
Ich hatte während meines Studiums in Produkt- und Industriedesign schon an einem nachhaltigen Hufschuh gearbeitet. Diesen Hufschuh wollte ich natürlich weiterentwickeln und marktreif machen. Ich hatte dann das Glück, in das Schweizer Förderprogramm für Kultur und Design, Pro Helvatia, aufgenommen zu werden. Das Unternehmen Formlabs, auf deren Druckern die ersten Prototypen entstanden sind, hat mir dann den Kontakt zu MAKRA PRO vermittelt – und seitdem arbeiten wir eng und gerne zusammen.
Hufeisen kennt wohl jeder. Hufschuhe aber eher nicht. Worum geht es in Ihrem Projekt genau?
Das Ziel ist, einen möglichst nachhaltigen Hufschutz für Pferde zu entwickeln. Die meisten Pferde sind mit Hufeisen beschlagen. Diese starren und harten Beschläge reduzieren zwar die Abnutzung des Hufs, sind für den Bewegungsapparat des Pferdes aber problematisch. Zum einen dämpfen sie den Schritt nicht, was die Gelenke belastet, zum anderen verhindert das starre Eisen, dass sich der Huf beim Schritt verformt. Das Hufeisen führt also zu einem unnatürlichen Bewegungsablauf. Ich reite selbst und hatte während des Studiums ein Pflegepferd, das auf Hufschuhe angewiesen war. Mich hat gestört, dass die erhältlichen Hufschuhe nur schwer am Huf anzubringen waren und dass sie sehr schnell verschlissen. Das ist nicht nur teuer, es verursacht auch unnötig viel Müll und Mikroplastik durch den Abrieb.
Was ist beim Hufschuh Kligo anders?
Zum einen ist er modular aufgebaut. Das bedeutet, dass man verschlissene Teile einfach austauschen oder den Hufschuh entsprechend den Anforderungen anpassen kann. Er wird individuell angefertigt. Er passt also besser und verdreht sich nicht am Huf. Und er lässt sich einfach anziehen: Im Hufschuh befindet sich ein Klappmechanismus, das Pferd stellt den Fuß in den Schuh und durch das Gewicht schließt sich der Schuh von selbst. Daher auch der Name Kligo – für Klick and Go. Das bisherige Ziehen und Zerren, bis der Schuh irgendwie über den Huf ist, entfällt damit komplett.
Auf welche Herausforderungen trafen Sie bei der Entwicklung bisher?
So ein Hufschuh muss extrem belastbar sein. Ein Reitpferd wiegt rund 500 Kilogramm, das müssen das Material und der Verschluss erst einmal aushalten. Wir tüfteln noch daran, den optimalen Kompromiss aus Funktionalität, Design und Material zu finden. Das Team von MAKRA PRO und ich arbeiten uns gemeinsam Stück für Stück an das Optimum vor.
Eine technische Detailfrage: Welche Vorteile bietet die additive Fertigung und welche verfügbaren Materialien erfüllen die spezifischen Anforderungen eines Hufschuhs?
Die additive Fertigung bietet den großen Vorteil, dass man für jeden einzelnen Huf einen individuell angefertigten Hufschuh anfertigen kann. Aktuell messen wir die Hufe dafür noch manuell aus, aber die Vermessung per Scan-App ist der logische nächste Schritt nach der Marktreife.
Die individuelle Fertigung bedeutet eine deutlich bessere Formpassung: Der Schuh sitzt und beeinträchtigt den Biomechanismus des Pferdes kaum. Im Gegensatz zu Hufeisen kann das Pferd mit Kligo beim Laufen abrollen, der Huf kann sich bei Belastung hinten weiten. Der natürliche Bewegungsablauf bleibt also erhalten. Das Pferd spürt nicht, dass es einen Hufschutz trägt. Als Material eignet sich TPU sehr gut. Dieser Kunststoff ist gleichzeitig zäh und flexibel. Man kann auch Materialeigenschaften, wie zum Beispiel die Materialhärte, relativ individuell einstellen.
Kostet so viel High-Tech nicht deutlich mehr als das gute alte Hufeisen?
Erstaunlicherweise ist dieser Hufschuh langfristig deutlich günstiger als Hufeisen. Denn statt alle 6 bis 8 Wochen den Hufschmied kommen zu lassen, fällt mit dem Hufschuh nur noch die regelmäßige Hufpflege an. Und die kostet deutlich weniger.
Wie geht es mit dem Hufschuh Kligo weiter?
Wir optimieren weiter und hoffentlich bald kommt er auf den Markt.
Frau Acifi, vielen Dank für dieses Gespräch und viel Erfolg!
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Datum: 02.02.2026 - 13:12 Uhr
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