Digitalisierung und E-Mobilität ja, Produktionsmaschinen nein: Wo Unternehmen noch investieren und wo nicht

(ots) - Leasing-Marktdaten 2025 zeigen Investitionsprioritäten von Unternehmen
- Neugeschäftsvolumen der Leasing-Wirtschaft steigt auf 83,12 Mrd. Euro
- Trendwende bei IT-Investitionen nach mehreren schwachen Jahren
- Elektromobilität: Zwei von drei neuen Elektroautos werden geleast
- Produktionsinvestitionen weiter unter Druck
- Leasing-Branche sieht Wachstumspotenzial für Investitionen in Resilienz
"Wenn Unternehmen überhaupt noch investieren, investieren sie gezielt in Elektromobilität und Digitalisierung. Die klassischen Produktionsinvestitionen stehen dagegen weiter unter Druck", erläutert Kai Ostermann, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL). Dies verdeutlichen die Leasing-Marktzahlen für das Jahr 2025. "Im wirtschaftlich schwierigen Umfeld wird Leasing verstärkt genutzt, um risikoreduziert Investitionen in den technologischen Wandel umzusetzen." Sorgen bereite der Leasing-Branche, dass Investitionen in industrielle Kapazitäten weiter zurückbleiben. "Der Kapitalstock veraltet. Das gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts."
In diesem Umfeld legte im vergangenen Jahr das Neugeschäftsvolumen von Leasing und Mietkauf nach einer Hochrechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln nominal um 3,2 Prozent auf 83,12 Milliarden Euro zu. Preisbereinigt blieb das Volumen stabil, während die gesamtwirtschaftlichen Investitionen zurückgingen. Die Leasing-Quote stieg auf 26,6 Prozent: Leasing finanziert mehr als ein Viertel aller gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen.
IT-Investitionen ziehen wieder an
Nach mehreren schwachen Jahren wuchsen 2025 die IT-Leasing-Investitionen wieder und legten um 9 Prozent zu. Der Anstieg beruhte vor allem auf kombinierten Investitionen in Software und Hardware. "Neben Nachholeffekten sehen wir einen steigenden Bedarf an digitaler Infrastruktur durch Automatisierung, Effizienzsteigerungen und datengetriebene Anwendungen, zu denen zunehmend auch KI-basierte Lösungen zählen", analysiert Dr. Claudia Conen, Hauptgeschäftsführerin des BDL.
Elektromobilität treibt Pkw-Leasing
Das Neugeschäftsvolumen mit Pkw und Kombi stieg um 3,3 Prozent, die Zahl der Pkw-Leasing-Verträge um 4,7 Prozent. Maßgeblich für diese Entwicklung war die Elektromobilität: Rund zwei Drittel aller neu zugelassenen batterieelektrischen Pkw kamen 2025 über Leasing auf die Straße. Leasing baute seinen Marktanteil aus.
"Der Investitionsbooster für gewerbliche E-Autos dürfte im vergangenen Jahr zusätzliche Investitionen angestoßen haben. Viele Unternehmen haben sich dennoch bewusst für Leasing statt Kauf entschieden, um technologische und wirtschaftliche Risiken beim Umstieg zu begrenzen", erläutert Dr. Conen.
Auch Privatkunden greifen zunehmend auf Leasing zurück, um die Unsicherheiten beim Wechsel zur neuen Antriebstechnologie zu reduzieren. Künftig könnten zudem Rückläufer aus dem Leasing an Bedeutung gewinnen: Die Fahrzeuge sind technisch modern, deutlich günstiger als Neuwagen und eröffnen preissensiblen Haushalten einen Einstieg in die Elektromobilität. "Die neue Förderung für Privathaushalte sollte daher um junge Gebrauchtwagen ergänzt werden. Leasing-Modelle sollten ausdrücklich einbezogen werden."
Produktionsmaschinen weiter unter Druck
Die schwache Konjunktur und die verhaltene Industrieentwicklung zeigten sich bei Leasing-Investitionen in Produktionsmaschinen. Das Segment ging 2025 erneut zurück (-5,5 Prozent). Viele Kundenbranchen - darunter Automotive und Chemie - hielten sich angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit, schwacher Weltkonjunktur und hoher Energiekosten weiterhin mit Investitionen in neue Maschinen zurück.
Die weiteren Objektgruppen entwickelten sich unterschiedlich: Investitionen in erneuerbare Energieanlagen und Medizintechnik legten zu, Baumaschinen entwickelten sich stabil, während Agrartechnik und Fahrradleasing rückläufig waren. Einzelne Großaufträge führten im Segment Luft-, Wasser- und Schienenfahrzeuge zu einem deutlichen Ausschlag. Das Immobilien-Leasing stieg auf 0,9 Milliarden Euro.
Investitionsdynamik der Wirtschaft bleibt zu schwach
"Mit dem Leasing-Neugeschäft können wir angesichts der konjunkturellen Lage zufrieden sein. Für die deutsche Wirtschaft insgesamt gilt das jedoch nicht: Die Investitionsdynamik bleibt zu schwach, der erneute Rückgang bei Produktionsinvestitionen ist ein Warnsignal für den Industriestandort Deutschland", erklärt Präsident Ostermann.
Besorgniserregend sei die anhaltend schlechte Entwicklung der Unternehmensinvestitionen, die 2025 real 11 Prozent niedriger als 2019 lagen. "Leasing wirkt als Investitionsmotor, kann aber ohne passende Rahmenbedingungen allein den Trend nicht umkehren", so Ostermann.
Ausblick 2026
Für 2026 erwarten viele Wirtschaftsinstitute eine moderate konjunkturelle Erholung, die sich jedoch nicht in einer Erholung der Investitionstätigkeit der Unternehmen niederschlägt. Die Investitionsstimmung bleibt laut einer Umfrage des IW Köln gedämpft. Auch die Leasing-Branche ist verhalten ins Jahr gestartet.
Gleichzeitig bleibt der strukturelle Investitionsbedarf hoch: Die Transformation zur Klimaneutralität erfordert pro Jahr zusätzliche Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe. "Ob diese Investitionen umgesetzt werden, hängt maßgeblich von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ab", erläutert Ostermann. Viele der zentralen Handlungsfelder seien identifiziert; nun komme es vor allem auf eine zügige Umsetzung sowie langfristig verlässliche und zukunftsorientierte Investitionsanreize an, die Unternehmen Planungssicherheit geben. "Die Leasing-Branche versteht sich dabei als verlässlicher Partner für die Realisierung der Transformationsinvestitionen."
Resilienz wird neues Investitionsfeld
Zusätzliche Wachstumspotenziale sieht die Leasing-Branche bei Investitionen in Sicherheit und Resilienz. Der Ausbau von Kapazitäten in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie steigende Anforderungen an Katastrophenschutz und betriebliche Krisenvorsorge führen entlang der Lieferketten zu zusätzlichem Investitions- und Vorfinanzierungsbedarf.
Dr. Conen führt aus: "Unternehmen müssen ihre Produktionsprozesse und Infrastrukturen gegen Störungen und Krisen absichern. Leasing kann helfen, notwendige Reservekapazitäten flexibel aufzubauen und Risiken besser zu verteilen - und dabei künftig weiter an Bedeutung gewinnen."
Weitere Analysen finden sich im Marktbericht des IW Köln unter diesem Link (https://bdl.leasingverband.de/fileadmin/downloads/broschueren/2026_IW-Gutachten_Leasing-Marktbericht_2025.pdf).
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BDL Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen
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Datum: 09.03.2026 - 12:00 Uhr
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