EU-Pelzfarmverbot droht zu scheitern: 150.000 Menschen erhöhen Druck auf EU-Kommission
Trotz 1,7 Mio. Unterstützern der Bürgerinitiative "Fur Free Europe" droht ein EU-weites Pelzfarmverbot zu scheitern. 150.000 Menschen erhöhen nun mit einer E-Mail-Aktion den Druck auf die EU-Kommissio

(industrietreff) - Kurz vor einer erwarteten Entscheidung der EU-Kommission Ende März wächst die Sorge, dass ein europaweites Verbot von Pelzfarmen ausbleiben könnte. Hintergrund ist die Europäische Bürgerinitiative "Fur Free Europe", die von mehr als 1,7 Millionen Menschen unterstützt wurde und ein EU-weites Verbot der Pelztierzucht sowie ein Import- und Handelsverbot für Pelzprodukte fordert. Die EU-Kommission prüft derzeit die Initiative und will voraussichtlich Ende März ihre Entscheidung bekannt geben.
Nach Informationen aus Brüssel könnte statt eines klaren Verbots jedoch lediglich eine Anpassung der Haltungsbedingungen beschlossen werden. Demnach sollen Pelzfarmen möglicherweise nur zu geringfügigen Änderungen verpflichtet werden, etwa durch zusätzliche Beschäftigungsmaterialien in den Käfigen. Für Tierrechtsorganisationen wäre dies ein gravierender Rückschritt. Denn auch mit zusätzlichen Gegenständen bleiben Füchse, Nerze oder Marderhunde weiterhin ihr gesamtes Leben in engen Drahtkäfigen eingesperrt und werden ausschließlich für ihre Felle gezüchtet und getötet.
"Ein paar Gegenstände im Käfig lösen das grundlegende Problem nicht. Pelz bedeutet immer Leid für die Tiere. Millionen Füchse und Marderhunde würden weiterhin ihr gesamtes Leben eingesperrt verbringen, nur damit am Ende ein Luxusprodukt entsteht", erklärt Lisa Wilhelm von ANINOVA.
Die aktuelle Entwicklung sorgt besonders deshalb für Kritik, weil die Europäische Bürgerinitiative "Fur Free Europe" zu den erfolgreichsten Initiativen dieser Art gehört. Innerhalb kurzer Zeit wurden über 1,7 Millionen Unterschriften gesammelt, die ein vollständiges Ende der Pelztierzucht in Europa fordern.
Um kurz vor der erwarteten Entscheidung den politischen Druck zu erhöhen, hat ANINOVA und andere Organisationen vor einigen Wochen eine europaweite E-Mail-Aktion gestartet. Innerhalb kurzer Zeit wurden dabei rund 150.000 Nachrichten an Mitglieder der EU-Kommission verschickt. Ziel der Aktion ist es, die EU-Kommission dazu aufzufordern, den Forderungen der Bürgerinitiative zu folgen und ein konsequentes Verbot der Pelztierzucht umzusetzen.
Gleichzeitig dokumentiert ANINOVA immer wieder die Zustände auf europäischen Pelzfarmen. Erst kürzlich veröffentlichte die Organisation neue Aufnahmen aus finnischen Pelzfarmen, die gemeinsam mit den bekannten Tierschützer*innen Malte Zierden und Phia Quantius entstanden sind. Die Bilder zeigen Füchse und Marderhunde, die in engen Drahtkäfigen gehalten werden, ohne festen Boden unter den Pfoten und ohne Möglichkeiten, ihr natürliches Verhalten auszuleben.
"Unsere Recherchen zeigen immer wieder, dass Pelzproduktion untrennbar mit Tierleid verbunden ist. Wer diese Bilder sieht, erkennt sofort, dass kosmetische Änderungen an Käfigen das Problem nicht lösen können. Die einzige konsequente Lösung ist ein vollständiges Verbot von Pelzfarmen in Europa", so Wilhelm von ANINOVA.
ANINOVA fordert die EU-Kommission daher auf, die Forderungen der Bürgerinitiative ernst zu nehmen und ein europaweites Verbot der Pelztierzucht sowie ein Import- und Handelsverbot für Pelzprodukte zu beschließen. Nur so könne verhindert werden, dass weiterhin Millionen Tiere allein für Modeartikel gezüchtet und getötet werden.
Weitere Informationen, die Mailaktion und das Video aus Finnland sind hier zu finden.
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Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Der Focus von ANINOVA e.V. liegt in den Bereichen Massentierhaltung und Pelz. Die Tierrechtsorganisation zeigt mit Aufdeckungen und Undercover Recherchen auf, wie sogenannte Nutztiere in Deutschland gehalten werden. Weitere Informationen unter www.aninova.org
An der Autobahn 23, 53757 Sankt Augustin
Datum: 11.03.2026 - 10:50 Uhr
Sprache: Deutsch
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Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Jan Peifer
Stadt:
Sankt Augustin
Telefon: 02241-261549-2
Kategorie:
Forschung und Entwicklung
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