Strategischer Engpass Helium: Konflikt im Golf trifft Hightech härter als Öl
Helium-Schock: Krieg im Nahen Osten trifft globale Lieferketten

(PresseBox) - Der Markt für Helium rückt durch den Krieg im Nahen Osten plötzlich in den Mittelpunkt mehrerer Schlüsselindustrien. Was auf den ersten Blick wie ein Nischenthema wirkt, hat in Wahrheit direkte Bedeutung für Halbleiter, Medizintechnik, Luftfahrt und industrielle Fertigung. Hintergrund ist die zentrale Rolle Katars in der globalen Heliumversorgung: Vor dem Irankrieg nämlich stammte laut US Geological Survey mehr als ein Drittel des weltweiten Heliumangebots aus dem Golfstaat. Fällt ein relevanter Teil dieser Mengen aus, betrifft das nicht nur einzelne Produzenten, sondern ganze Lieferketten.
Genau dieses Szenario zeichnet sich nun ab. Die Anlagen von QatarEnergy in Ras Laffan Industrial City, dem weltweit größten Exportkomplex für Flüssigerdgas, wurden im Verlauf des Kriegs getroffen. Helium fällt dort als Nebenprodukt der LNG-Produktion an. Nachdem der Standort zu Beginn des Konflikts bereits durch eine iranische Drohne beeinträchtigt worden war, wurden die Anlagen am Mittwoch durch iranische Raketen weiter beschädigt. Für den Heliummarkt ist das besonders bedeutsam, da der Ausfall in Katar mit der faktischen Schließung der Straße von Hormus zusammenfällt – einem der wichtigsten Transportkorridore für die Region.
Die Folgen reichen weit über den Energiesektor hinaus. Helium ist ein Schlüsselfaktor in der Halbleiterfertigung, da seine Kühleigenschaften für die Wärmeübertragung genutzt werden. Auch in der Photolithografie, also jenem Verfahren, mit dem die feinen Strukturen moderner Chips aufgebracht werden, ist Helium unverzichtbar. Damit wird deutlich, warum eine Störung im Golf nicht nur Rohstoffmärkte, sondern auch Technologie- und Industrieketten belastet!
Helium aus Katar ist für Chipfertigung und Industrie zentral
Die Verwundbarkeit des Heliummarkts ist nicht neu. Bereits 2023 hatte die Semiconductor Industry Association darauf hingewiesen, dass Störungen der Heliumversorgung wahrscheinlich Schocks in der weltweite Chipindustrie auslösen würden. Nun wird diese abstrakte Gefahr konkreter. Aus Sicht von SemiAnalysis könnte ein länger anhaltender regionaler Konflikt die Versorgung der Chiphersteller mit Materialien wie Helium und Brom beeinträchtigen. Noch sei die direkte Wirkung begrenzt, doch mit zunehmender Dauer des Konflikts könnten Anpassungen bei der Beschaffung nötig werden.
Besonders anfällig erscheinen dabei Südkorea und Taiwan, die zu den wichtigsten Halbleiterstandorten der Welt zählen. Laut Analysten bezogen südkoreanische Hersteller im Jahr 2025 rund 55 % ihres Heliums aus Staaten des Golf-Kooperationsrats. Taiwan lag 2024 sogar bei 69 %. Für diese Märkte ist Helium damit kein austauschbarer Nebenrohstoff, sondern ein kritischer Bestandteil ihrer industriellen Infrastruktur.
Neben der Chipindustrie hängt auch eine Reihe anderer Sektoren an stabilen Heliumlieferungen. Dazu zählen industrielle Fertigung, Luft- und Raumfahrt sowie medizinische Bildgebung. Gerade in solchen Anwendungen wird Versorgungssicherheit typischerweise höher gewichtet als der reine Preis. In Phasen knapper Versorgung verschiebt sich der Markt deshalb meist zugunsten der Anbieter, weil Abnehmer versuchen, sich langfristige Mengen vertraglich zu sichern.
Straße von Hormus verschärft den Druck auf den Heliummarkt
Die Preisreaktion auf dem Heliummarkt ist bereits deutlich sichtbar. Nach Einschätzung der Bank of America sind die Spotpreise je nach Markt um bis zu 40 % gestiegen. Aus dem Beratungsumfeld wurde zuletzt sogar von Anstiegen zwischen 70 und 100 % binnen etwas mehr als einer Woche gesprochen. Auslöser ist vor allem die eingeschränkte Versorgung durch die geschlossene Straße von Hormus, die den Transport zusätzlich erschwert.
Dabei ist der unmittelbare Effekt auf den Gesamtmarkt komplexer, als es die Schlagzeilen zunächst vermuten lassen. Ein erheblicher Teil des Heliumgeschäfts läuft über langfristige Verträge, Spotverkäufe machen nur einen kleinen Teil aus. Deshalb haben sich die Vertragspreise bislang noch kaum bewegt. Das könnte sich allerdings ändern, sollte die Knappheit länger andauern und Anbieter gezwungen sein, auch gegenüber Vertragskunden höhere Gewalt geltend zu machen.
Hinzu kommt ein logistischer Zeiteffekt: Selbst wenn ein Waffenstillstand erreicht würde, dürfte die Wiederaufnahme der Produktion nicht sofort den früheren Zustand herstellen. Aus dem Markt heißt es, dass nach einer Feuerpause mindestens fünf Wochen nötig wären, um die Produktion wieder anzufahren. Damit hängt viel davon ab, wie lange der Krieg andauert und wie schnell sich Transporte durch die Region wieder normalisieren.
Ein gewisser Puffer ergibt sich daraus, dass der Heliummarkt in den vergangenen zwei Jahren eher überversorgt war. Diese Überversorgung wirkt nun wie ein Stoßdämpfer. Deshalb könnte das tatsächliche Defizit aktuell eher bei rund 15 % liegen als bei 30 %. Der Druck auf Preise und Lieferketten bleibt dennoch spürbar, gerade weil die Marktteilnehmer nicht wissen, wie lang die Unterbrechung anhält.
Halbleiter stehen bei knappen Heliummengen weit oben auf der Liste
Sollte Helium knapper werden, entscheidet die Kritikalität der Anwendung darüber, wer bevorzugt beliefert wird. Aus Sicht der US-Großbank gehören Halbleiter, Luftfahrt, Elektronikfertigung und Medizintechnik zu den Bereichen, in denen Sicherheit der Versorgung Vorrang vor Preisfragen hat. Weniger kritische Anwendungen würden im Fall echter Knappheit eher nach hinten rücken.
Das bedeutet jedoch nicht, dass selbst priorisierte Industrien von den Folgen verschont blieben. Auch dort wären Preissteigerungen wahrscheinlich. Die Marktstruktur spricht eher dafür, dass Anbieter versuchen, die vorhandenen Mengen möglichst breit zu verteilen, jedoch zu höheren Preisen. Für den Heliummarkt ist das typisch: Engpässe treffen fast alle Abnehmer, nur in unterschiedlichem Ausmaß.
Gleichzeitig verweisen mehrere Banken darauf, dass große Industriegasanbieter durch diversifizierte Beschaffung und Lagerbestände vergleichsweise gut gegen direkte Ausfälle abgesichert seien. Für Unternehmen wie Linde oder Air Products könnte ein engerer Heliummarkt sogar leicht positive Ergebniseffekte haben, sofern die Unterbrechung mehrere Wochen anhält. Je länger der Ausfall in Katar dauert, desto stärker dürfte sich dieser Effekt ausprägen.
Damit zeigt der aktuelle Konflikt einmal mehr, wie schnell Helium von einem oft übersehenen Industriematerial zu einem strategischen Faktor werden kann. Der Krieg im Nahen Osten trifft mit Katar ausgerechnet einen der wichtigsten Knotenpunkte der globalen Versorgung. Für Halbleiter, Medizintechnik und andere Hightech-Bereiche ist das ein Warnsignal, wie eng moderne Industrien an wenigen, geopolitisch sensiblen Rohstoffströmen hängen.
Hochgradige Helium-Produktion in Minnesota im Fokus
Ein Unternehmen, das stark von der sich abzeichnenden Helium-Verknappung profitieren könnte, ist die kanadische Pulsar Helium (WKN A3EP2C / TSXV PLSR). Das Unternehmen erkundet bereits mit Hochdruck sein Helium-Projekt Topaz in Minnesota und arbeitet vor allem daran, das sich abzeichnende, umfangreiche Gassystem auszuweiten und genauer zu bestimmen.
Topaz hat nicht nur den Vorteil, dass es mit Minnesota in einem sicheren Standort liegt, sondern auch, dass es sich um eine so genannte Primärproduktion handelt. Denn in Katar – und auch in den USA – wird das Gas vor allem als Beiprodukt der Erdgasförderung gewonnen. Daraus resultiert, dass die ursprüngliche Jetstream #1 Bestimmungsbohrung auf Topaz im Rahmen von Flusstests eine durchschnittliche Helium-Konzentration von 8,1% aufwies. Wirtschaftlich rentabel ist die Heliumproduktion aber schon ab gerade einmal 0,3%!
Goldinvest.de hat auf die Pulsar Helium-Story unter anderem noch einmal im September 2025 hingewiesen, als die Aktie noch bei 0,456 kanadischen Cents notierte. Am gestrigen Montag schloss das Papier bei 1,93 CAD und damit rund 323% höher. Wir glauben allerdings, dass das Ende der Fahnenstange, nicht nur auf Grund der jüngsten Entwicklungen, noch nicht erreicht ist. Mehr Informationen zu Pulsar Helium gibt es im Profil auf Goldinvest.de!
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Datum: 24.03.2026 - 11:16 Uhr
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