IndustrieTreff - LMU mit Förderantrag für einen neuen Sonderforschungsbereich erfolgreich

IndustrieTreff

LMU mit Förderantrag für einen neuen Sonderforschungsbereich erfolgreich

ID: 2251336


(ots) - Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert einen neuen Forschungsverbund mit medizinischem Schwerpunkt.

Die LMU hat in der jüngsten Bewilligungsrunde der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gemeinsam mit ihren Partnerinstitutionen erfolgreich eine Förderung für einen großen Forschungsverbund eingeworben. Neu eingerichtet wird ein Sonderforschungsbereich (SFB) zur wechselseitigen Beeinflussung von Thrombosen und Entzündungen unter der Federführung der LMU. Drei weitere Großverbünde erhalten einen Zuschlag für eine weitere Förderperiode.

"Der neue SFB schärft unser Profil als einer der wichtigsten Orte der Medizinforschung erheblich. Er verknüpft bisher getrennte Ansätze und Bereiche, denkt Medizin also neu. Bestätigt wird dies auch eindrucksvoll durch die bewilligten drei Fortsetzungsanträge der bestehenden SFB unter LMU-Führung und -Beteiligung. Ich gratuliere den Kolleginnen und Kollegen zu diesem Erfolg!"

Universitätspräsident Matthias Tschöp

Wechselseitige Beeinflussung von Thrombosen und Entzündungen

Thrombosen sind der zentrale Auslöser von Herzinfarkt, Schlaganfall und venösen Thromboembolien - den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Trotz klinisch etablierter Vorsorgemaßnahmen, die auf Blutplättchen (Thrombozyten) und die Blutgerinnung abzielen, bleiben sie damit auch die häufigste Ursache für Krankheit und Tod. Darüber hinaus können Thrombosen auch den Verlauf von Infektionen und anderen entzündlichen Erkrankungen beeinflussen; ihr Auftreten entscheidet oft über deren Schweregrad. Forschende sehen deshalb dringenden Bedarf, die Mechanismen besser zu verstehen, die Thrombosen in ganz verschiedenen Krankheitskontexten auslösen und verstärken.

Der Ansatz des neuen, an der LMU angesiedelten SFB 1784 InTraC (The Interplay of Thrombosis and Inflammation - Translating molecular mechanisms into Clinical applications) markiert dabei einen Paradigmenwechsel: Thrombose ist nicht nur eine Frage von Blutplättchen und Gerinnung, sondern eng mit dem Immunsystem verknüpft - und umgekehrt. "Wir müssen die enge Verzahnung von Thrombose und Entzündung mechanistisch verstehen, um gezielt eingreifen zu können", sagt LMU-Professor Steffen Massberg, Sprecher des SFBs und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am LMU Klinikum.





Das Wechselspiel ist Ausdruck einer evolutionär konservierten Notfallstrategie, der sogenannten Immunthrombose. Diese ist für die Abwehr von Infektionen durch den Wirt entscheidend, indem sie das Eindringen und die Ausbreitung von Krankheitserregern eindämmt. Gerät sie aus dem Gleichgewicht, entsteht eine sogenannte Thromboinflammation. Dabei verstärken sich Entzündung und Gerinnung gegenseitig, dies führt zu schweren Gewebeschäden. Typische Beispiele hierfür sind schwere COVID-19-Verläufe oder bestimmte Autoimmunerkrankungen, die zu Organschäden führen.

InTraC will genau hier ansetzen: Teams an der LMU und ihren nationalen und internationalen Partnereinrichtungen bündeln ihre Expertise, um das mechanistische Verständnis der gegenseitigen Wechselwirkung zwischen Thrombose und Entzündung voranzutreiben. Sie kombinieren systembiologische Analysen mit Tiermodellen und moderner Bildgebung und entwickeln neue, fortschrittliche Therapien - von kleinen Inhibitor-Molekülen bis zu RNA-, Gen- und Zelltherapien. "Ziel ist eine präzisere Diagnostik und eine gezielte Behandlung thromboinflammatorischer Erkrankungen", berichtet LMU-Professor Konstantin Stark, Co-Sprecher des Verbundes, von der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am LMU Klinikum).

Neben der LMU sind auch als Partner das Max-Planck-Institut für Biochemie München, das Helmholtz Zentrum München, die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, die Julius-Maximilians-Universität Würzburg und die Charité in Berlin beteiligt.

In der Verlängerung

Die LMU ist außerdem Sprecheruniversität des SFB 1309 Chemical Biology of Epigenetic Modifications, der für eine weitere Förderphase fortgesetzt wird.

Auch der SFB-Transregio 237 Nucleic Acid Immunity wird mit Beteiligung der LMU fortgesetzt. Die Sprecherschaft liegt aktuell bei der LMU, in der beantragten Förderperiode bei der Technischen Universität Dresden.

Außerdem bewilligt wurde ein Fortsetzungsantrag für den SFB-Transregio 332 Neutrophils: Origin, fate, and function, an dem die LMU als Co-Sprecherin beteiligt ist. Die Federführung liegt bei der Universität Münster.

Pressekontakt:

Claudia Russo
Ludwig-Maximilians-Universität München
Leopoldstr. 3
80802 München

Phone: +49 (0) 89 2180-2706
E-Mail: Claudia.Russo(at)lmu.de


Original-Content von: Ludwig-Maximilians-Universität München, übermittelt durch news aktuell


Themen in dieser Meldung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:



Leseranfragen:



Kontakt / Agentur:



drucken  als PDF  an Freund senden  DAS ENDE DER ILLUSION – Warum Ihre Welt bereits offensteht
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 15.05.2026 - 10:25 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2251336
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:

München


Telefon:

Kategorie:

Forschung und Entwicklung


Anmerkungen:


Diese HerstellerNews wurde bisher 0 mal aufgerufen.


Die Meldung mit dem Titel:
"LMU mit Förderantrag für einen neuen Sonderforschungsbereich erfolgreich
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Ludwig-Maximilians-Universität München (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Alle Meldungen von Ludwig-Maximilians-Universität München