Berlin investiert mit Holzkraftwerk Reuter West in ein gescheitertes Fernwärmesystem: Deutsche Umwelthilfe fordert Planungsstopp und dezentrale Wärmewende

(ots) -
- DUH kritisiert das Projekt Reuter West als exemplarischen Fehlschritt einer falsch geplanten Wärmewende - sofortiger Planungsstopp und Ausbau dezentraler erneuerbarer Wärmelösungen notwendig
- Schriftliche Anfrage der Grünen beim Berliner Senat entlarvt enorme Mengen an Holz, die im neuen Holzkraftwerk Reuter West rund um die Uhr verbrannt werden sollen
- Herkunft des Holzes ist unklar, Betreiber schließt selbst Verbrennung wiederverwendbarer Holzanteile nicht aus - gleichzeitig zeigt neuer Waldzustandsbericht massiven Handlungsbedarf zum Schutz der Wälder
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert den Berliner Senat und die Berliner Energie und Wärme GmbH (BEW) auf, die Planungen für das Berliner Holzheizkraftwerk Reuter West sofort zu stoppen. Zuvor hat eine Schriftliche Anfrage der Grünen im Abgeordnetenhaus die mit bis zu 263.000 Tonnen enorme Menge an Holz entlarvt, die dort pro Jahr verbrannt werden soll - und deren Herkunft und Nachhaltigkeit unklar ist. Gleichzeitig schließt die BEW nicht aus, wiederverwendbare Holzanteile zu verwenden. Damit setzt der Senat weiter auf überdimensionierte Fernwärmesysteme und schafft über Jahrzehnte einen enormen Holzbedarf.
Aus Sicht der DUH steht das Projekt exemplarisch für das gescheiterte Fernwärmesystem in Deutschland. Die Umweltorganisation fordert stattdessen den Ausbau dezentraler erneuerbarer Lösungen.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Die Antworten des Berliner Senats zum Holzkraftwerk Reuter West zeigen einmal mehr, dass die Verbrennung von Holz keine nachhaltige Lösung für die Dekarbonisierung der Fernwärme ist. Es ist zu befürchten, dass je nach Marktlage das billigste Material verwendet wird, darunter importierte Holzpellets und Holzhackschnitzel. Für deren Produktion werden naturnahe Wälder zu Holzplantagen umgewandelt. Wälder sind CO2-Speicher und Lebensräume, keine Brennstofflager. Dem in dieser Woche veröffentlichten Waldzustandsbericht zufolge ist nur jeder fünfte Baum in Deutschland gesund. Umso wichtiger ist es, die von Hitze, Trockenheit und Klimastress geplagten Wälder vor weiterer Ausbeutung zu schützen. Da eine Versorgung des Holzkraftwerks Reuter West aus nachhaltigen Quellen nicht sichergestellt ist, fordern wir den sofortigen Planungsstopp."
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: "Am Holzkraftwerk Reuter West in Berlin sehen wir, wie falsch die Wärmedebatte in Deutschland läuft. Wer weiter auf Verbrennung setzt, hält ein kaputtes System künstlich am Leben. Die Wärmewende darf nicht auf Kosten von Wäldern, Biodiversität und Klima gehen. Die echten Lösungen sind Wärmepumpen, Geo- und Solarthermie sowie die Nutzung kleiner dezentraler Nahwärmenetze. Dafür braucht es eine systematische Erschließung dezentraler Wärmepotenziale und den Aufbau von Nahwärmenetzen. Für die Fernwärme heißt das gegebenenfalls, Versorgungsgebiete abzugeben und sich auf eine Größe zu beschränken, die tatsächlich klimafreundlich versorgt werden kann. Wir fordern den Berliner Senat auf, Scheinlösungen wie das Holzkraftwerk Reuter West aufzugeben und endlich die erneuerbare Wärmewende anzugehen."
Pressekontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner(at)duh.de
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz(at)duh.de
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Datum: 22.05.2026 - 08:00 Uhr
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