Pflanzenkohle zur Güllebehandlung
Studie zeigt Potenzial zur Reduzierung von Ammoniakemissionen bei der Lagerung von Rindergülle

(PresseBox) - Pflanzenkohle wird häufig mit Bodenverbesserung, Humusaufbau oder langfristiger Kohlenstoffbindung in Verbindung gebracht. Eine aktuelle wissenschaftliche Studie zeigt jedoch, dass Pflanzenkohle auch im Güllemanagement ein interessantes Potenzial besitzen kann. Untersucht wurde, ob sich durch die Zugabe von Pflanzenkohle Ammoniakemissionen während der Lagerung von Rindergülle reduzieren und gleichzeitig die Eigenschaften der festen Güllefraktion als Dünger verbessern lassen.
Pflanzenkohle als Zusatz zur Rindergülle
Im Rahmen der Untersuchung analysierten die Forschenden verschiedene Behandlungsvarianten von separierter Rindergülle. Neben Pflanzenkohle wurden auch Kombinationen mit Clinoptilolith und elementarem Schwefeluntersucht.
Ziel war es insbesondere,
Ammoniakemissionen während der Lagerung zu reduzieren,
Stickstoffverluste zu minimieren,
die Nährstoffbindung zu verbessern und
die Qualität der festen Güllefraktion als Dünger zu erhöhen.
Ergebnisse der Studie
Die Untersuchung zeigt eine klare Tendenz:
Die Zugabe von Pflanzenkohle reduzierte die Ammoniakemissionen während der ersten sieben Lagertage um rund 12 %.
Kombinationen aus Pflanzenkohle, Clinoptilolith und elementarem Schwefel erreichten Reduktionen von etwa 20 %.
Gleichzeitig konnten Stickstoffverluste während der Lagerung verringert werden.
Besonders relevant war außerdem die Frage, ob der während der Lagerung gebundene Stickstoff nach der Ausbringung auf landwirtschaftliche Flächen wieder als Ammoniak freigesetzt wird.
Dies konnte in der Studie nicht beobachtet werden. Die reduzierten Emissionen während der Lagerung führten somit nicht zu einer erhöhten Ammoniakfreisetzung nach der Bodenausbringung.
Bedeutung für die landwirtschaftliche Praxis
Die Ergebnisse zeigen, dass Pflanzenkohle ein interessanter Baustein für ein integriertes Güllemanagement sein kann. Insbesondere Betriebe, die Tierhaltung, Nährstoffmanagement und Pflanzenbau gemeinsam betrachten, könnten von entsprechenden Ansätzen profitieren.
Gleichzeitig weisen die Autoren ausdrücklich darauf hin, dass die Versuche unter Laborbedingungen beziehungsweise im kleinen Maßstab durchgeführt wurden. Aussagen zur Übertragbarkeit auf großflächige Praxisanwendungen bedürfen weiterer Untersuchungen.
Darüber hinaus beziehen sich die dargestellten Effekte vor allem auf die Reduzierung von Ammoniak- beziehungsweise Stickstoffverlusten. Andere Treibhausgase wie Methan oder Kohlendioxid wurden im Rahmen dieser Untersuchung nicht abschließend bewertet und müssen separat betrachtet werden.
Pflanzenkohle als Bestandteil einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft
Pflanzenkohle wird zunehmend in unterschiedlichen Anwendungsbereichen untersucht – von der Landwirtschaft über die Kreislaufwirtschaft bis hin zur CO?-Speicherung. Die vorliegende Studie erweitert dieses Bild um einen weiteren möglichen Einsatzbereich im Güllemanagement.
Link zur Studie:
Studie: https://lnkd.in/dETVmsjC
Weitere Informationen zum Thema Pflanzenkohle finden Sie auf der Website der ACTANOL Energie GmbH:
https://www.actanol.com/pflanzenkohle/
Mehr über die Kreislaufwirtschaftslösungen von ACTANOL erfahren Sie unter:
https://www.actanol.com/
Quelle: Viaene, J., Peiren, N., Vandamme, D., Lataf, A., Cuypers, A., Jozefczak, M., & Vandecasteele, B. (2023). Biochar amendment to cattle slurry reduces NH3 emissions during storage without risk of higher NH3 emissions after soil application of the solid fraction. Waste Management, 167, 39–45. https://doi.org/...
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Datum: 14.07.2026 - 17:45 Uhr
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