IndustrieTreff - Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffbranche: Potenziale konsequent nutzen

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Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffbranche: Potenziale konsequent nutzen

ID: 2263818


(PresseBox) - Ab 2030 gelten in der EU verbindliche Rezyklateinsatzquoten für Kunststoffverpackungen. Damit die Transformation gelingt, müssen kunststoffverarbeitende Unternehmen jetzt handeln: durch einen sofortigen Kunststoffrezyklateinsatz, einen gezielten Einsatz digitaler Technologien und einer engeren Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das neue VDI ZRE-Kurzpapier zeigt, wie Rezyklateinsatz, Biopolymere, Digitalisierung und Kooperationen die kunststoffverarbeitende Industrie kreislauf- und zukunftsfähig machen können.

Kunststoffverpackungen müssen ab 2030 bis zu 35 Prozent recyceltes Material enthalten, so sieht es die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) vor. Gleichzeitig prognostizieren Studien bereits heute eine Versorgungslücke von bis zu 860.000 Tonnen Kunststoffrezyklat, selbst wenn erhebliche Investitionen in Recyclingkapazitäten fließen. Diese Schere zwischen regulatorischem Anspruch und industrieller Realität ist Ausgangspunkt des neuen VDI ZRE-Kurzpapiers „Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz in der kunststoffverarbeitenden Industrie”.

Zum Kurzpapier

Rückläufige Verarbeitung und stagnierende Digitalisierung

Im Jahr 2023 wurden in Deutschland rund 12,8 Millionen Tonnen Kunststoffe verarbeitet, 8,5 Prozent weniger als noch 2021. Die eingesetzten Rezyklate stiegen zwar um 6,2 Prozent auf rund 2,4 Millionen Tonnen – jedoch werden selbst hochwertige Rezyklate mangels Nachfrage derzeit kaum abgesetzt. Niedrige Importpreise für Neuware aus Asien und Nordamerika verschärfen das Problem. Gleichzeitig liegt der Digitalisierungsgrad der Gummi- und Kunststoffindustrie mit einem Indexwert von 1,9 (2022) weiterhin unter dem Branchendurchschnitt von 2,2 – und mehr als die Hälfte der Unternehmen kennt den bald verpflichtenden Digitalen Produktpass (DPP) nicht oder hält ihn für irrelevant.





Vier Hebel, die angesetzt werden müssen  

Das neue VDI ZRE-Kurzpapier „Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz in der kunststoffverarbeitenden Industrie“ klärt daher u. a., inwieweit die kunststoffverarbeitende Industrie bereits zirkulär wirtschaftet und wo Potenziale sowie praktische, regulatorische und wirtschaftliche Herausforderungen bei der Umsetzung zirkulärer Wirtschaftsweisen bestehen. Es identifiziert neben dem Einsatz von Kunststoffrezyklaten sowie Biopolymeren die Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz sowie die Etablierung übergreifender Kooperationen als Hebel, die für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft unverzichtbar sind und perspektivisch wie kontinuierlich ineinandergreifen müssen.

Die Praxis zeigt, was bereits möglich ist

Das Kurzpapier belegt außerdem anhand konkreter Beispiele, dass diese Transformation heute schon gelingt: So konnte die mk Plast GmbH durch die Vernetzung ihrer Produktionssysteme ihren Kunststoffausschuss und Energieverbrauch senken und auf diese Weise zugleich maßgebliche Kosteneinsparungen verzeichnen. Auch die Kooperation zwischen der HolyPoly GmbH und Bosch Power Tools GmbH zeigt, wie ausgediente Elektrowerkzeuge als Rohstoffquelle für neue Bauteile mit hohem Post-Consumer-Rezyklatanteil dienen können. 

Handlungsempfehlungen für Unternehmen

Abschließend gibt das VDI ZRE-Kurzpapier Unternehmen der kunststoffverarbeitenden Industrie konkrete Empfehlungen an die Hand, um die „Kreislaufwirtschaft Kunststoffe“ im eigenen Betrieb zu etablieren: 

(1) Beschaffung frühzeitig auf kommende Rezyklateinsatzquoten ausrichten

(2) Digitale Systeme vernetzen und KI-gestützte Prozessoptimierung nutzen

(3) Auf den Digitalen Produktpass (DPP) vorbereiten und standardisierte Datenbereitstellung jetzt aufbauen

(4) Kooperationen mit vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen strategisch, nicht nur projektbezogen, gestalten

Das Kurzpapier „Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz in der kunststoffverarbeitenden Industrie“ des VDI ZRE wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) erstellt und ist kostenfrei downloadbar. 

Zum Kurzpapier

Das VDI ZRE ist als das Kompetenzzentrum für zirkuläre Wirtschaft und Ressourceneffizienz zentrale Anlaufstelle für betriebliche Ressourceneffizienz und Kreislaufführung in Deutschland. Es bereitet Wissen zu Umwelttechnologien sowie zu material- und energieeffizienten Prozessen allgemeinverständlich auf. Das Ziel ist es, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Start-ups bei der Umsetzung einer zirkulären Wirtschaftsweise und Maßnahmen zur Ressourceneffizienzsteigerung zu unterstützen. Die im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) entwickelten Instrumente zur Bewertung und Darstellung von Ressourceneffizienzpotenzialen und zur Unterstützung von zirkulärem Wirtschaften sind auf www.ressource-deutschland.de kostenlos verfügbar.


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Das VDI ZRE ist als das Kompetenzzentrum für zirkuläre Wirtschaft und Ressourceneffizienz zentrale Anlaufstelle für betriebliche Ressourceneffizienz und Kreislaufführung in Deutschland. Es bereitet Wissen zu Umwelttechnologien sowie zu material- und energieeffizienten Prozessen allgemeinverständlich auf. Das Ziel ist es, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Start-ups bei der Umsetzung einer zirkulären Wirtschaftsweise und Maßnahmen zur Ressourceneffizienzsteigerung zu unterstützen. Die im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) entwickelten Instrumente zur Bewertung und Darstellung von Ressourceneffizienzpotenzialen und zur Unterstützung von zirkulärem Wirtschaften sind auf www.ressource-deutschland.de kostenlos verfügbar.



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Datum: 23.07.2026 - 11:51 Uhr
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