IndustrieTreff - Hattingen zwischen Industriegeschichte und Kreislaufwirtschaft: Altmetall bekommt eine neue Rolle

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Hattingen zwischen Industriegeschichte und Kreislaufwirtschaft: Altmetall bekommt eine neue Rolle

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(industrietreff) - Sanierungen, Modernisierung und Mittelstand setzen Metalle frei – in der ehemaligen Stahlstadt wird sichtbar, warum die Rückgewinnung von Rohstoffen wichtiger wird
Hattingen. Wo einst Hochöfen das Stadtbild und das wirtschaftliche Leben bestimmten, stellt sich heute eine andere Rohstofffrage: Was geschieht mit dem Metall, das bereits seit Jahrzehnten in Häusern, Werkstätten, Maschinen und technischen Anlagen steckt?

In Hattingen ist diese Frage mehr als ein abstraktes Umweltthema. Die Stadt besitzt eine der sichtbarsten Industriegeschichten des südlichen Ruhrgebiets. Mit der 1854 gegründeten Henrichshütte begann eine Epoche, die Hattingen wirtschaftlich und gesellschaftlich grundlegend veränderte. Heute ist die klassische Schwerindustrie Geschichte, doch Metall spielt weiterhin eine wichtige Rolle – nur unter anderen Vorzeichen.

Gebäude werden energetisch modernisiert, Heizungsanlagen ausgetauscht, Gewerbeflächen umgebaut und Produktionsmaschinen ersetzt. Dabei werden Stahl, Kupfer, Aluminium, Messing und andere Metalle wieder verfügbar, die teilweise jahrzehntelang genutzt wurden.

Was für Eigentümer zunächst wie ein Entsorgungsproblem aussieht, ist aus Sicht der Kreislaufwirtschaft ein Rohstoffstrom.

Und genau dieser Perspektivwechsel verändert auch die Bedeutung der mobilen Altmetallsammlung.

Eine Stahlstadt muss Rohstoffe nicht nur aus ihrer Vergangenheit kennen
Hattingen und Metall – diese Verbindung reicht weit zurück.

Mit der Henrichshütte hielt Mitte des 19. Jahrhunderts die Schwerindustrie Einzug. Die Entwicklung der Hütte veränderte nicht nur Arbeitsplätze, sondern ganze Stadtteile. Welper etwa entwickelte sich durch den Arbeitskräftebedarf der Hütte von einer kleinen Streusiedlung zu einer Industriegemeinde.

Als 1987 der letzte Abstich am Hochofen erfolgte, endete eine Ära.

Doch das ehemalige Hüttengelände verschwand nicht aus dem Wirtschaftsleben.





Auf dem heutigen Gewerbe- und Landschaftspark Henrichshütte befinden sich nach Angaben der Stadt rund 120 Unternehmen mit etwa 2.200 Arbeitsplätzen. Maschinenbau, Metallbearbeitung, Logistik und produktionsorientierte Dienstleistungen gehören zu den dort vertretenen Branchen.

Damit erzählt der Standort heute eine andere Industriegeschichte.

Nicht mehr ein einzelner Großbetrieb dominiert die lokale Wirtschaft. Stattdessen prägen mittelständische Unternehmen verschiedene Teile des Wirtschaftsstandorts.

Und genau dort entstehen auch neue Materialströme.

Der Rohstoff der Zukunft liegt möglicherweise bereits in Hattingen
Eine moderne Stadt enthält enorme Mengen an Metallen.

Sie sind nur meistens nicht sichtbar.

Kupfer befindet sich in Leitungen.

Stahl steckt in Gebäudekonstruktionen und Maschinen.

Aluminium findet sich in Profilen und technischen Bauteilen.

Messing wird unter anderem in Armaturen und Ventilen eingesetzt.

Solange ein Gebäude, eine Maschine oder eine technische Anlage genutzt wird, spricht niemand von einem Rohstofflager.

Das ändert sich in dem Moment, in dem modernisiert oder zurückgebaut wird.

Dann werden Materialien, die vielleicht 20, 30 oder 50 Jahre gebunden waren, wieder verfügbar.

Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von „Urban Mining“: Städte und Gebäude werden als Lager bereits gewonnener Rohstoffe betrachtet.

Für eine ehemalige Stahlstadt wie Hattingen ist diese Vorstellung besonders interessant.

Früher kamen große Mengen Rohstoffe in die Stadt, um daraus Produkte herzustellen.

Heute kommen Teile dieser Materialien nach Jahrzehnten wieder zurück.

Sanierungen verändern den Materialbestand der Stadt
Dieser Prozess findet nicht irgendwann in ferner Zukunft statt.

Er passiert bereits jeden Tag.

Eine Heizungsanlage in einem Wohnhaus wird modernisiert.

Plötzlich stehen mehrere alte Heizkörper zur Entsorgung bereit.

Bei einer Badezimmersanierung werden Rohrleitungen und Armaturen entfernt.

Ein Geschäft wird umgebaut und Metallkonstruktionen werden demontiert.

Ein Handwerksbetrieb sammelt über Wochen Kabel, Rohrreste und Metallabschnitte.

Ein Unternehmen ersetzt eine Produktionsmaschine.

Jeder dieser Vorgänge wirkt für sich genommen klein.

Zusammen erzeugen sie jedoch einen kontinuierlichen Materialstrom.

Die entscheidende Frage lautet: Was geschieht danach?

Das eigentliche Problem beginnt häufig nach der Demontage
Ein Handwerker kann einen Heizkörper relativ schnell von der Wand lösen.

Danach wiegt das Bauteil allerdings immer noch mehrere Dutzend Kilogramm.

Bei einer kompletten Heizungsmodernisierung können mehrere solcher Gegenstände zusammenkommen.

Dasselbe gilt für Stahlträger, Metalltore, größere Rohre oder Maschinenteile.

Damit entsteht ein Problem, das mit Recycling zunächst wenig zu tun hat: Transport.

Ein Material kann nur verwertet werden, wenn es einen geeigneten Verwertungsweg überhaupt erreicht.

Genau hier liegt die Funktion mobiler Sammeldienste.

Der Hattinger Anbieter beschreibt die Abholung unter anderem für Heizkörper, Rohre, Eisenträger, Armaturen, Zäune, Tore, Maschinen, Anlagen und Werkzeuge. Auch Verladung und bei entsprechenden Aufträgen Demontage gehören zum angebotenen Ablauf.

Der Recyclinghof ist wichtig – aber nicht für jede Situation gleich praktisch
Hattingen verfügt gleichzeitig über eine kommunale Lösung.

Am Recyclinghof Am Walzwerk 45 können Hattinger Einwohner verschiedene Abfälle abgeben. Die Stadt weist ausdrücklich darauf hin, dass die Anlage ausschließlich für Einwohner Hattingens vorgesehen ist.

Für kleinere und gut transportierbare Mengen ist die Selbstanlieferung naheliegend.

Schwieriger wird es, wenn schwere Gegenstände aus Kellern, Werkstätten oder Betrieben entfernt werden müssen.

Wer keinen Anhänger besitzt, kann einen großen Heizkörper nicht einfach in einen Kleinwagen legen.

Noch deutlicher wird das bei Maschinen und Stahlkonstruktionen.

Deshalb erfüllen kommunale Annahmestellen und mobile Abholdienste unterschiedliche Funktionen.

Der Recyclinghof schafft einen festen Anlaufpunkt.

Die mobile Sammlung bringt den Transportweg zum Material.

Hattingen-Mitte stellt andere Anforderungen als der ländliche Süden
Auch die Stadtstruktur beeinflusst die Logistik.

Hattingen zählt aktuell etwas mehr als 56.000 Einwohner auf einer Fläche von rund 71 Quadratkilometern. Hattingen-Mitte ist mit mehr als 20.000 Einwohnern der größte Stadtteil.

Dort können dicht bebaute Straßenzüge, Hinterhöfe oder Keller den Abtransport erschweren.

Ein Auftrag im südlichen Stadtgebiet kann dagegen völlig anders aussehen.

In Bereichen rund um Oberstüter oder Niederstüter und in der Elfringhauser Schweiz sind die Wege länger und Grundstücke teilweise weitläufiger.

Dort kann weniger die Treppe als vielmehr die Zufahrt zum Abholort entscheidend sein.

Deshalb sagt die reine Gewichtsangabe wenig über den tatsächlichen Aufwand einer Abholung aus.

200 Kilogramm Metall, die ebenerdig neben einer Einfahrt stehen, sind logistisch etwas anderes als dieselbe Menge in einem Keller.

Welper erzählt den Wandel besonders deutlich
Kaum ein Stadtteil eignet sich besser, um den Wandel Hattingens zu verstehen.

Die Entwicklung Welpers war eng mit der Henrichshütte verbunden. Der steigende Bedarf an Arbeitskräften ließ den Ort wachsen; Wohnsiedlungen entstanden in unmittelbarem Zusammenhang mit der Industrialisierung.

Heute sind die Hochöfen kein Arbeitsplatz für Tausende Menschen mehr.

Doch die gebaute Stadt, die aus dieser Epoche hervorgegangen ist, bleibt bestehen.

Gebäude werden modernisiert.

Heizungen werden erneuert.

Technische Installationen werden ausgetauscht.

Damit gelangen Materialien aus vergangenen Jahrzehnten nach und nach zurück in den Wirtschaftskreislauf.

Die Industriegeschichte wird so – im Kleinen – zur Recyclinggeschichte.

Auch die Altstadt produziert Sekundärrohstoffe
Bei Hattingen denken Besucher häufig zuerst an Fachwerk.

Das historische Zentrum gehört zu den bekanntesten Seiten der Stadt.

Doch auch historische und ältere Gebäude müssen instand gehalten werden.

Elektroinstallationen werden erneuert.

Heizungen werden modernisiert.

Sanitärtechnik wird ausgetauscht.

Geschäftsräume werden umgebaut.

Dabei entstehen ebenfalls Metallreste.

Gerade in dichter bebauten Bereichen stellt sich jedoch eine zusätzliche Frage: Wie gelangt schweres Material aus dem Gebäude zum Fahrzeug?

Bei einer solchen Abholung kann die Zugänglichkeit wichtiger werden als der eigentliche Transport über die Straße.

Nicht alles Alte sollte allerdings zu Schrott werden
Eine verantwortungsvolle Kreislaufwirtschaft beginnt nicht mit dem Zerlegen.

Sie beginnt mit einer anderen Frage:

Kann der Gegenstand weiter genutzt werden?

Das gilt gerade in einer Stadt mit historischer Bausubstanz.

Ein altes Bauteil kann erhaltenswert sein.

Ein Metallregal kann noch funktionieren.

Eine Maschine kann möglicherweise verkauft und weiterbetrieben werden.

Werkzeuge können einen neuen Besitzer finden.

Ein Fahrrad kann repariert werden.

Wiederverwendung ist in solchen Fällen sinnvoller als sofortiges Recycling.

Denn in einem fertigen Gegenstand steckt mehr als das Material.

In ihm steckt auch die Energie seiner Herstellung.

Erst am Ende der Nutzung beginnt die eigentliche Rohstoffrückgewinnung
Wenn ein Produkt tatsächlich nicht mehr weiterverwendet werden kann, verändert sich seine Rolle.

Dann wird aus dem Gegenstand eine Materialquelle.

Bei einem Heizkörper ist das relativ einfach.

Bei einer Maschine ist es komplizierter.

Eine Produktionsanlage kann aus Stahl, Elektromotoren, Kupferleitungen, Kabeln, Aluminiumteilen, Elektronik und Kunststoffen bestehen.

Deshalb ist eine alte Maschine kein homogener Schrottblock.

Sie ist ein Verbund unterschiedlicher Materialien.

Die spätere Trennung entscheidet darüber, welche Stoffe tatsächlich zurückgewonnen werden können.

Hattingens Mittelstand macht das Thema wirtschaftlich relevant
Die Kreislaufwirtschaft ist deshalb nicht nur ein Thema privater Haushalte.

Auf dem ehemaligen Henrichshütten-Gelände arbeiten heute Unternehmen aus Maschinenbau, Metallbearbeitung, Logistik und weiteren Branchen.

Dazu kommen Handwerks- und Gewerbebetriebe in anderen Teilen Hattingens.

Bei ihnen entsteht Altmetall häufig nicht einmalig, sondern kontinuierlich.

Ein Metallbauer produziert Verschnitt.

Ein Elektriker sammelt Kabelreste.

Ein Installationsbetrieb bringt alte Rohrleitungen zurück.

Ein Instandhaltungsunternehmen ersetzt Maschinenkomponenten.

Eine einzelne Menge ist vielleicht klein.

Nach mehreren Monaten sieht die Situation anders aus.

Aus einem Materialproblem kann ein Platzproblem werden
Gerade auf Betriebshöfen spielt deshalb ein Faktor eine Rolle, der in Diskussionen über Recycling selten erwähnt wird: Fläche.

Altmetall benötigt Lagerplatz.

Eine ausrangierte Maschine ebenfalls.

Was zunächst in einer Hallenecke steht, kann über Monate wachsen.

Dann besitzt die regelmäßige Abholung einen praktischen Nutzen, der über die eigentliche Entsorgung hinausgeht.

Fläche wird wieder frei.

Arbeitswege bleiben zugänglich.

Materialien lassen sich geordnet sammeln.

Für Unternehmen kann eine strukturierte Abholung deshalb Teil der Betriebsorganisation sein.

Warum Sortierung bereits beim Ausbau beginnen sollte
Der spätere Recyclingprozess wird wesentlich einfacher, wenn Materialien nicht von Anfang an vermischt werden.

Kupferrohre sollten möglichst nicht zwischen gewöhnlichem Stahl verschwinden.

Aluminiumprofile können separat gesammelt werden.

Kabel bilden eine weitere Materialgruppe.

Auf einer Baustelle bedeutet das: Recyclingplanung beginnt bereits während des Rückbaus.

Das klingt nach zusätzlicher Arbeit.

Tatsächlich kann eine frühe Trennung spätere Arbeit vermeiden.

Denn was zunächst miteinander vermischt wird, muss irgendwann wieder getrennt werden.

Kupfer ist dafür ein gutes Beispiel
Kupfer besitzt besondere technische Eigenschaften und kommt unter anderem in Leitungen, Rohren, Motoren und anderen elektrischen Anwendungen vor.

Bei Sanierungen kann das Metall in unterschiedlichen Formen anfallen.

Ein sauber ausgebautes Kupferrohr ist leicht zu erkennen.

Bei einem Kabel wird es komplizierter.

Dort ist das Metall von Isolierung umgeben.

Bei einem Motor wiederum ist Kupfer Teil eines größeren technischen Bauteils.

Das zeigt, warum Recycling mehr bedeutet als „alles Metall zusammenschütten“.

Die Qualität der Materialtrennung ist entscheidend.

Bei Kabeln ist nicht das Gesamtgewicht entscheidend
Ein Kabel besteht aus verschiedenen Stoffen.

Der metallische Leiter ist nur ein Teil davon.

Hinzu kommen Isolierungen und gegebenenfalls weitere Bestandteile.

Zwei gleich schwere Kabelbündel können deshalb sehr unterschiedliche Metallmengen enthalten.

Für die Verwertung müssen diese Komponenten getrennt werden.

Das ist ein Beispiel dafür, wie technisch anspruchsvoll moderne Rohstoffrückgewinnung geworden ist.

Elektrogeräte benötigen eigene Wege
Ähnlich wichtig ist die Abgrenzung zu Elektro- und Elektronikgeräten.

Nur weil ein Gerät ein Metallgehäuse besitzt, ist es nicht automatisch gewöhnlicher Metallschrott.

Elektronische Produkte können unterschiedliche Komponenten und Stoffe enthalten, die getrennt behandelt werden müssen.

Der städtische Recyclinghof nimmt entsprechende Abfallarten nach den kommunalen Vorgaben an.

Bei einem privaten Abholdienst sollte deshalb vorab genau beschrieben werden, um welche Gegenstände es sich handelt.

Ein Foto kann Missverständnisse verhindern.

https://schrottabholung.org/schrottabholung-hattingen/

Das Smartphone verändert eine alte Branche
Überhaupt hat Digitalisierung die Organisation mobiler Abholungen stark vereinfacht.

Ein Kunde muss einen größeren Metallbestand nicht mehr ausschließlich telefonisch beschreiben.

Ein Foto zeigt innerhalb weniger Sekunden, was vorhanden ist.

Bei einer Maschine lassen sich Größe und Standort dokumentieren.

Bei einem Kellerbestand erkennt man die Menge.

Eine Aufnahme der Einfahrt zeigt, wie nah ein Fahrzeug herankommt.

Natürlich ersetzt das bei komplizierten Projekten keine fachliche Beurteilung.

Aber es verbessert die Vorbereitung erheblich.

Maschinen können eine Demontage vor Ort erforderlich machen
Besonders bei Gewerbebetrieben kann das entscheidend sein.

Eine Maschine, die vor 30 Jahren in einer Halle aufgebaut wurde, passt möglicherweise heute nicht mehr in einem Stück durch die vorhandenen Türen.

Vielleicht ist sie im Boden verankert.

Vielleicht müssen einzelne Komponenten vor dem Transport getrennt werden.

Dann wird die Abholung zum Demontageprojekt.

Solche Arbeiten sollten nicht improvisiert werden.

Schwere Metallteile können kippen, scharfe Kanten besitzen oder beim Trennen unkontrolliert bewegt werden.

Der Hattinger Dienst nennt deshalb auch die Demontage verbauter beziehungsweise zu großer Metallteile als mögliche Leistung.

Winz-Baak, Holthausen und Blankenstein zeigen die alltägliche Seite
Nicht jede Abholung hat mit Industrie zu tun.

In Wohngebieten entsteht Altmetall meistens wesentlich unspektakulärer.

Ein Haus wird renoviert.

Eine Garage wird aufgeräumt.

Ein Gartenzaun wird ersetzt.

Nach einem Umzug bleiben Metallregale zurück.

Eine alte Heizungsanlage wird demontiert.

Über Jahre können sich solche Dinge ansammeln.

Gerade bei Haushaltsauflösungen wird dann sichtbar, wie viele unterschiedliche Gegenstände in Kellern und Garagen aufbewahrt wurden.

Auch hier sollte zuerst sortiert werden.

Nicht alles ist Schrott.

Nicht alles gehört zum selben Entsorgungsweg.

Niederwenigern zeigt, warum Tourenplanung wichtig ist
Wer einen mobilen Sammeldienst betrachtet, sieht meistens nur die Abholung beim Kunden.

Der größere organisatorische Teil bleibt unsichtbar.

Fahrzeuge müssen Routen zurücklegen.

Materialien müssen verladen werden.

Anschließend müssen sie zu geeigneten Verwertungsstellen gelangen.

In weiter vom Zentrum entfernten Stadtteilen wie Niederwenigern spielt die Routenplanung deshalb eine andere Rolle als bei mehreren dicht beieinanderliegenden Terminen in Hattingen-Mitte.

Effiziente Touren sparen nicht nur Zeit.

Sie vermeiden auch unnötige Fahrten.

Damit wird Logistik selbst zu einem Teil ressourcenschonender Sammlung.

Die Elfringhauser Schweiz erinnert daran, dass Hattingen keine reine Industriestadt ist
Wer nur die Henrichshütte kennt, hat ein unvollständiges Bild von Hattingen.

Der Süden der Stadt ist stark von Landschaft und Wald geprägt.

Dieser Kontrast macht Hattingen besonders.

Historische Altstadt, ehemalige Schwerindustrie, Wohnquartiere, Gewerbe und ländliche Räume liegen innerhalb einer Stadtgrenze.

Für mobile Dienstleistungen bedeutet das sehr unterschiedliche Bedingungen.

Und für die Kreislaufwirtschaft zeigt es etwas anderes:

Altmetall entsteht überall dort, wo Menschen leben und arbeiten – nicht nur neben einem ehemaligen Hochofen.

Das Ziel ist nicht möglichst viel Schrott, sondern möglichst wenig Rohstoffverlust
Das ist ein wichtiger Unterschied.

Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft sollte nicht daran gemessen werden, wie viel Schrott produziert wird.

Idealerweise werden Produkte möglichst lange verwendet.

Sie werden repariert.

Weitergegeben.

Umgebaut.

Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, werden die enthaltenen Materialien zurückgewonnen.

Die mobile Sammlung ist dann ein Bindeglied.

Sie bringt Materialien aus Gebäuden, Werkstätten und Unternehmen dorthin, wo sie sortiert und weiterverarbeitet werden können.

Was nach der Abholung geschieht, ist wichtiger als das Wegfahren
Für den Kunden endet die sichtbare Dienstleistung, sobald das Fahrzeug abfährt.

Aus Sicht der Kreislaufwirtschaft beginnt jetzt jedoch der entscheidende Abschnitt.

Metalle werden nach Materialarten getrennt.

Störstoffe müssen gegebenenfalls entfernt werden.

Geeignete Metallfraktionen gelangen anschließend in weitere Aufbereitungs- und Recyclingprozesse.

Der Hattinger Anbieter beschreibt die Weitergabe der gesammelten Metalle an Schrottplätze beziehungsweise Verwertungsbetriebe zur Aufbereitung.

Erst dadurch wird aus einem ausgedienten Gegenstand wieder ein Rohstoff.

Die Henrichshütte liefert dafür ein starkes Symbol
Vielleicht gibt es kaum einen passenderen Ort für diese Entwicklung als Hattingen.

Die Henrichshütte steht für eine Epoche, in der Rohstoffe in großem Maßstab verarbeitet wurden.

Heute ist der ehemalige Industriestandort selbst ein Beispiel für Transformation.

Wo einst Schwerindustrie dominierte, befinden sich inzwischen zahlreiche Unternehmen und ein Industriemuseum.

Die Stadt hat gelernt, einen früheren Industriestandort neu zu nutzen.

Bei Metallen geschieht im Prinzip etwas Ähnliches.

Auch ein Material kann nach dem Ende seiner ersten Aufgabe eine neue Verwendung finden.

Hattingen schreibt damit seine Metallgeschichte weiter
Der Hochofen produziert keinen Stahl mehr.

Doch die Verbindung der Stadt zum Metall ist nicht beendet.

Sie findet heute an vielen kleineren Orten statt.

In einem sanierten Haus in Hattingen-Mitte.

In einer Werkstatt in Welper.

Auf einem Betriebsgelände an der Henrichshütte.

In einer Garage in Winz-Baak.

Auf einem Grundstück in Holthausen.

Oder bei einer Modernisierung in Niederwenigern.

Überall dort werden Materialien irgendwann aus ihrer bisherigen Nutzung gelöst.

Dann entscheidet sich, ob sie verloren gehen oder in einen neuen Kreislauf gelangen.

Fazit: Die neue Rohstoffgeschichte Hattingens beginnt nicht im Hochofen
Hattingens Industriegeschichte wurde über Generationen von Stahl geprägt.

Die Henrichshütte brachte Arbeitsplätze, veränderte Stadtteile und beeinflusste die wirtschaftliche Entwicklung. Mit ihrem Ende begann ein Strukturwandel, der das ehemalige Hüttenareal und die gesamte lokale Wirtschaftsstruktur neu geprägt hat.

Heute entsteht eine andere Geschichte.

Sie beginnt nicht mit Erz und Kohle.

Sie beginnt mit Materialien, die bereits vorhanden sind.

Mit einem Heizkörper, der nach Jahrzehnten aus einem Haus ausgebaut wird.

Mit Kupferleitungen aus einer Sanierung.

Mit einem Metalltor, das einem neuen Grundstückskonzept weicht.

Mit Kabelresten aus einem Handwerksbetrieb.

Oder mit einer Maschine, die nach vielen Produktionsjahren stillgelegt wird.

Für die Besitzer sind diese Dinge möglicherweise am Ende ihrer Nutzung angekommen.

Für die darin enthaltenen Metalle muss das nicht gelten.

Hattingen besitzt dafür verschiedene Wege: Weiterverwendung, kommunale Annahme am Recyclinghof und – bei schweren, großen oder schwer transportierbaren Beständen – die Abholung vor Ort.

Entscheidend ist am Ende nicht, wie schnell etwas verschwindet.

Entscheidend ist, was danach daraus wird.

Genau darin liegt die moderne Verbindung zwischen Hattingens Vergangenheit und seiner Zukunft: Eine Stadt, die einst vom Stahl lebte, kann heute zeigen, warum bereits verwendete Metalle nicht nur Überreste einer vergangenen Industriegesellschaft sind.

Sie sind Rohstoffe, die auf ihre nächste Nutzung warten.







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Datum: 19.08.2026 - 00:25 Uhr
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